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Studie zu Schönheit Warum man einen unattraktiven Freund braucht


So gelingt Verführung: Wer neben einer unattraktiven Person steht, wird selbst als schöner wahrgenommen. Das haben britische Forscher in einem Test herausgefunden. Das Blöde ist nur: Der Effekt funktioniert wohl auch umgekehrt.

In US-amerikanischen Teenie-Filmen ist es Gang und Gebe: Die attraktive Studentin schnappt sich eine Freundin vom Typ Mauerblümchen und nimmt sie mit auf eine Party – so will sie selbst attraktiver wirken und erhofft sich bessere Chancen auf den heißen Typen aus der Oberstufe. Dies mag man oberflächlich, albern und daneben finden. Doch die Wissenschaft gibt dem Flirt-Trick recht: Wie attraktiv eine Person bewertet wird, hängt auch davon ab, in welcher Gesellschaft sie sich zeigt.

Der Wissenschaftler Nicholas Furl von der Royal Holloway University in London untersuchte den Effekt in einer kleinen Studie.  Zunächst zeigte er Probanden Fotos und bat sie, die Attraktivität der abgebildeten Personen zu bewerten. Im Anschluss legte er dieselben Bilder neben als unattraktiv wahrgenommene Gesichter und bat die Testpersonen um eine zweite Bewertung. Tatsächlich wurden dieselben Gesichter aus der ersten Runde nun als attraktiver bewertet. Die Ergebnisse des Tests veröffentlichte er im Fachblatt "Psychological Science".

"Bislang ist man davon ausgegangen, dass die Attraktivität einer Person immer gleich bewertet wird. Würde man heute ein Bild von George Clooney sehen, würde man ihn für gutaussehend befinden - ebenso wie morgen", erklärt der Psychologe Furl in einer Mitteilung der Universität. "Dieses Experiment hingegen zeigt, dass die Gesellschaft, in der wir uns befinden, einen Einfluss darauf haben kann, wie attraktiv wir wahrgenommen werden."

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Unattraktive Personen können auch wählerischer machen

In einer dritten Runde bewerteten die Probanden drei weitere nebeneinanderliegende Bilder: zwei Fotos von attraktiven Personen und einer eher unattraktiven. Im direkten Vergleich zeigte sich, dass die Betrachter die attraktiven Gesichter nun eher kritisch bewerteten. "Die Anwesenheit eines weniger attraktiven Gesichtes steigert nicht nur die Attraktivität einer einzelnen Person, in einer Personengruppe macht sie uns auch noch wählerisch", erklärt Full. "Wir haben herausgefunden, dass ein weniger attraktives Gesicht Unterschiede zwischen attraktiven Personen offensichtlicher macht und dass Betrachter diese Unterschiede zu zerpflücken beginnen."

Was das für die nächste Party bedeutet? Die Gesellschaft unscheinbarer Freunde kann einen selbst in ein besseres Licht stellen. Blöd nur, wenn dann noch die besonders attraktive Freundin auftaucht und den ganzen Effekt wieder zunichte macht.

 

ikr

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