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Behörde warnt vor Brustimplantaten: Zeitbomben aus Silikon

Eine französische Firma soll Zehntausende minderwertige Brustimplantate in Europa und den USA verkauft haben. Weil diese leichter platzen, müssen viele Frauen wohl ein weiteres Mal unters Messer.

Platzt ein Silikon-Implantat, muss der Arzt es entfernen und ein neues einsetzen

Platzt ein Silikon-Implantat, muss der Arzt es entfernen und ein neues einsetzen

Frauen mit Brustimplantaten müssen möglicherweise eine weitere Operation auf sich nehmen, weil ein französischer Hersteller nicht zugelassenes Silikon benutzt haben soll. Bei dem Produkt der Firma Poly Implant Prothese (PIP) habe es auffällig viele Beschwerden über platzende Silikon-Kissen gegeben, teilte die französische Behörde für die Sicherheit von Gesundheitsprodukten (Affsaps) mit. Und einer Inspektion des PIP-Werks La Seyne-sur-Mer sei in Prothesen anderes Silikon gefunden worden als angegeben. Zehntausende Frauen in Europa und den USA seien betroffen.

PIP hat nach eigenen Angaben seit 1992 mehr als 200.000 Brustimplantate verkauft. Angeblich soll das nicht zugelassene Silikon seit 2006 benutzt worden sein. Allein in Frankreich sind von 500.000 Frauen mit Brustimplantaten möglicherweise 30.000 betroffen. Die meisten Implantate wurden allerdings exportiert. "PIP gehört zu den kleineren Implantatherstellern im Markt. Das Unternehmen ist unter Experten bekannt für sehr günstige Implantate", sagt Professor Christian Gabka, Vorstand der Vereinigung der deutschen ästhetisch-plastischen Chirurgen.

Wenn das Implantat platzt, verformt sich die Brust - dann ist eine OP nötig, um das zerstörte Kissen zu entfernen und ein neues einzusetzen. Zudem könne es größere örtliche Entzündungen geben, erklärt ein Affsaps-Sprecher. Normalerweise löse das Silikon keine Krankheiten aus. Die Behörde hege aber Zweifel in Bezug auf die Eigenschaften des von dieser Firma benutzten Silikongels. "Betroffenen Frauen rate ich, sich an einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie zu wenden. Er kann bei Bedarf eine Ultraschall- oder Kernspin-Untersuchung vornehmen", sagt Gabka.

Die Behörde ordnete an, die Produkte vom Markt zu nehmen. Die Staatsanwaltschaft nahm Vorermittlungen gegen die Firma auf.

DPA/APN / DPA
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