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Checkliste: So erkennen Sie einen guten Zahnarzt

Erst nach Jahren zeigt sich, wie präzise er gearbeitet hat. Es gibt aber auch Merkmale, an denen man einen fähigen Zahnarzt eher identifizieren kann.

An der Terminplanung

Vorsicht, wenn zum abgesprochenen Termin schon ein halbes Dutzend Patienten im Wartezimmer sitzt und gelangweilt in alten Zeitschriften blättert, wenn die Wartezeit unentschuldigt 30 Minuten überschreitet und die Helferinnen dauernd genervt zwischen Telefon, Karteikästen, Medizinschränken und Behandlungszimmern hin- und herhetzen. Der Zahnarzt ist entweder ein hilfloser Chaot, ein gestresster Fließbandarbeiter oder ein rücksichtsloser Typ, der keinen Gedanken an das Wohlgefühl seiner Kunden verschwendet. Ein guter Zahnarzt lässt bei Terminverzögerungen von einer Stunde und mehr sogar die Folge-Patienten anrufen, vorwarnen beziehungsweise ihnen einen neuen Termin anbieten.

An Hygiene und Atmosphäre

Verschmutzte Teppichböden, verkalkte Spülbecken, düstere Wände und Staub auf den Wartezimmermöbeln lassen nichts Gutes für die Sauberkeit bei der medizinischen Behandlung erahnen. Ein frischer Blumenstrauß am Empfang, hübsche Bilder und freundliches Personal heben die Stimmung der Patienten und lindern die Ängste vor dem Bohren. Auch Fotos, Zeichnungen, farbiges Licht an der Decke des Behandlungszimmers, auf die jeder Patient lange starren muss, helfen.

An der Beratung

Der Arzt sollte genügend Zeit für eine gründliche Befragung, Untersuchung und Beratung haben, unterschiedliche Alternativen mit Kosten- und Zeitplan vorstellen und dem Patienten bei umfangreicheren Reparaturen auch genügend Bedenkzeit einräumen, anstatt ihm im Liegen, bei aufgesperrtem Mund, die Zusage für eine teure Krone abzufordern. Vorsicht ist auch geboten, wenn der Arzt behauptet, eine angemessene Behandlung würde die Kasse nicht zahlen, und jedem Patienten Privatleistungen aufdrängt.

An der Prophylaxe

Ein qualifizierter Zahnarzt konzentriert sich nicht nur auf lukrative Reparaturarbeiten, sondern legt Wert auf Prophylaxe. Er informiert ausführlich darüber, was jeder vorbeugend gegen Karies und Parodontitis tun kann, um das Gebiss so lange wie möglich zu erhalten und sich viele Zahnarztbesuche zu ersparen. Gute Zahnärzte sind sich nicht zu schade, auch erwachsenen Patienten die richtige Zahnputztechnik oder die Anwendung von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten zu zeigen.

Am Schmerz

Betäubungsspritzen müssen nicht weh tun. Experten setzen Spritzen so sanft, dass außer einem kleinen Einstich nichts zu spüren ist.

Generelle Tipps

Im Zweifel sollten Sie sich bei teuren Arbeiten am Gebiss eine Zweitmeinung einholen. Entweder in einer anderen Praxis oder bei einer Patientenberatungsstelle, wo Gutachter gegen etwa 80 Euro den Behandlungsplan beurteilen (Im Internet zu finden auf der Homepage der Bundeszahnärztekammer). Sie müssen Ihrem alten Zahnarzt nicht 20 Jahre die Treue halten, auch wenn sich erste Mängel erst spät zeigen. Vielleicht hat sich der Mann nie richtig weitergebildet. Auf der Suche nach einem Spezialisten (etwa für Wurzelkanalbehandlung oder Implantologie) finden Sie Hilfe bei der Krankenkasse, bei den Landeszahnärztekammern oder der bundesweiten Hotline der Bundeszahnärztekammer 0800-823 32 83.

Brigitte Zander/print
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