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Schutz vor Corona "Endlich unsere Risikopatienten impfen": Kinderärzte sehnen Impfzulassung für 12- bis 18-Jährige herbei

Sehen Sie im Video: Kinderarzt hofft auf baldige Zulassung von Corona-Impfstoff für Kinder.




Besuch in einer Kinderarztpraxis in Bonn. Axel Gerschlauer hat einen kleinen Patienten, der heute eine Impfung bekommt. Nein, keine Coronaimpfung, das ist für seine Altersklasse zunächst nicht vorgesehen. Für etwas ältere Kinder und für Jugendliche, von zwölf bis 18 Jahre, will die Bundesregierung aber bis August knapp 6,4 Millionen Dosen bereitstellen. So steht es in einem Dokument des Bundesgesundheitsministeriums für den Corona-Impfgipfel von Bund und Ländern. Kinderarzt Axel Gerschlauer unterstreicht, wie wichtig die Impfung besonders gefährdeter Patienten wäre. "Die Kinder und Jugendärzte würden sich total freuen, wenn der Impfstoff auch für die Zwölf- bis 15-Jährigen bald zugelassen würde. Davon ist auszugehen. Und die Kinder und Jugendärzte freuen sich deshalb so sehr, weil wir dann endlich unsere Risikopatienten impfen können. Also unsere Herzkranken, unsere Lungenkranken, die Patienten mit Downsyndrom, die wirklich sehnsüchtig auf einen Impfstoff warten." Dabei dürfe der Impfstatus der Kinder keinen Einfluss nehmen auf deren Bildungschancen. "Ganz wichtig für uns ist, dass es keinerlei Verknüpfung gibt von Zulassungen zu Schulen und dem Impfstatus. Kinder haben ein Recht auf Bildung und Betreuung. Kinder müssen auf jeden Fall wieder zurück in die Schulen und das muss für alle gewährleistet sein, egal ob sie schon Corona geimpft sind oder nicht. Das hat nichts miteinander zu tun. Und das ist ganz wichtig, dass die Politik hier Wort hält." Von der Politik und vom Impfgipfel erwartet der Kinderarzt Planungssicherheit - für Praxen, Kinder und Eltern. Noch allerdings ist nichts entschieden: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will erst am Freitag über die Zulassung des Vakzins von BioNTech/Pfizer für eine Impfung ab zwölf Jahren beraten. Bisher ist der Stoff in der EU ab 16 Jahren zugelassen. Bundesgesundheitsminister Spahn möchte allen Zwölf- bis 18-Jährigen bis August ein Impfangebot machen. Die erforderlichen Dosen für Juni, Juli und August sollen den Ländern "schrittweise aus den Gesamtliefermengen" zur Verfügung gestellt werden. "Worum es doch geht ist, dass Eltern, Kinder, Jugendliche und die impfenden Ärztinnen und Ärzte individuell eine Entscheidung treffen können dann, vom Nutzen und Risiko in der individuellen Situation. Was sind Vorerkrankungen? Was ist die persönliche Situation, die familiäre Situation? Welchen Nutzen gibt es? Welche Risiken gibt es auch einer Covid-19-Infektion, die natürlich über die Altersgruppen unterschiedlich sind." Aus den Reihen der Ständigen Impfkommission war zuletzt Kritik an einer generellen Impfung von Zwölf- bis 16-Jährigen laut geworden. Eine offizielle Empfehlung wird die Stiko aber erst nach der noch ausstehenden EMA-Entscheidung abgeben.
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn möchte allen 12- bis 18-Jährigen bis August ein Impfangebot machen. Zuvor aber muss die EMA über eine Zulassung der Corona-Impfstoffe entscheiden. Besonders Kinderärzte warten darauf.

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