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Sars-CoV-2 Schwangerschaft und Corona: Wie gefährlich ist das Virus für Mutter und Kind?





Wegen der Ausbreitung des Coronavirus bleiben immer mehr Schulen und Kitas geschlossen. Viele Eltern fragen sich nun, was das bedeutet. In diesem Video erfahren Sie, was Sie jetzt zu Kita- und Schulschließungen wissen müssen.
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Bei der Grippe haben schwangere Frauen ein höheres Risiko für schwere Verläufe. Beim Coronavirus scheint das nicht der Fall zu sein. Dennoch ist es wichtig und gut, Vorkehrungen zu treffen – gerade mit Blick auf eine nahende Geburt.

Ein neuartiges Virus, das sich rasant ausbreitet, oft mild verläuft, aber auch schwere Komplikationen auslösen kann: Über das aktuell kursierende Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es nicht viel Positives zu berichten – mit wenigen Ausnahmen. Darunter: Werdende Mütter scheinen nicht zu der Risikogruppe für schwere Verläufe zu zählen. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es international keinen Hinweis, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung. Es wird erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweist. Schwerwiegendere Symptome wie Lungenentzündung scheinen bei älteren Menschen, Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Langzeiterkrankungen häufiger zu sein", heißt es in einer Mitteilung, die von drei medizinischen Fachgesellschaften unterzeichnet wurde, darunter der Berufsverband der Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

In dem Text werden 17 drängende Fragen rund um Coronavirus und Schwangerschaft beantwortet. Mit eine der wichtigsten dürfte sein, ob und wie sich das Virus auf die Gesundheit des ungeborenen Kindes auswirken könnte. Auch hier geben die Experten Entwarnung: "Es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann." International gebe es 20 Fälle von Frauen, die sich während der Schwangerschaft mit dem Virus infiziert hatten. Alle Fälle seien in China gewesen. "In keinem Fall war ein Neugeborenes infiziert. Es wurden keine Auffälligkeiten bei Mutter und Kind berichtet."

Coronavirus: Hygiene ist das A und O

Schwangere Frauen sollte dennoch penibel auf Hygiene achten – wie es grundsätzlich allen Menschen angeraten wird, ganz gleich ob Risikogruppe oder nicht. Dazu zählt: regelmäßiges, gründliches Händewaschen und Abstand zu anderen Menschen einhalten. Vor allem wenn diese Fieber haben oder Symptome einer Erkältungskrankheit zeigen.

Schwangerschaft und Coronavirus: Eine schwangere Frau fasst sich an den Bauch
Schwangere Frauen scheinen keine Risikogruppe für schwere Covid-19-Verläufe zu sein - so nennt sich die Lungenkrankheit, die durch das Coronavirus ausgelöst werden kann (Symboldbild)
© Antonio_Diaz / Getty Images

Wie aber sieht es mit vorgeburtlichen Terminen beim Frauenarzt aus, wenn Schwangere in Quarantäne sind oder bei ihnen der Verdacht auf eine Infektion besteht beziehungsweise bestätigt wurde? Einfach in die Praxis zu gehen, sollte unbedingt vermieden werden – so werden unnötig viele Menschen dem Risiko einer Infektion ausgesetzt. Die Fachgesellschaften raten stattdessen: "Sie sollten sich an Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt wenden, um sie/ihn darüber zu informieren, dass Sie sich derzeit in Selbstisolierung für eine mögliche beziehungsweise bestätigte Coronavirus-Infektion befinden. Es ist wahrscheinlich, dass routinemäßige vorgeburtliche Termine ohne Schaden für Sie oder Ihr Kind herauszögert werden, bis die Isolation endet." In begründeten Ausnahmefällen könnte die Praxis auch Maßnahmen treffen, sodass der Termin wahrgenommen werden kann.

Geburt und Stillen

Rückt der Entbindungstermin näher, sollten sich Frauen Gedanken darüber machen, wie und wo sie entbinden möchten. Bei einer bestätigten Infektion raten die Experten von einer Hausgeburt und auch von einer Niederkunft im Geburtshaus ab, wenn dort nur Hebammen anwesend sind: "Als Vorsichtsmaßnahme wird schwangeren Frauen mit Verdacht auf oder bestätigter Coronavirus-Infektion bei Wehen empfohlen, zur Geburt eine Klinik aufzusuchen, in der das Baby kontinuierlich elektronisch überwacht und der Sauerstoffgehalt stündlich geprüft werden kann."

Eine vaginale Geburt sei grundsätzlich möglich, ein Kaiserschnitt nach aktuellem Wissensstand nicht per se sicherer, heißt es in der Mitteilung weiter. Eine Atemwegserkrankung könne jedoch ein Grund für eine Kaiserschnittgeburt sein – je nach Schwere der Symptome. Auch Stillen sei grundsätzlich nicht verboten: "Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Daher wird davon ausgegangen, dass die anerkannten Vorteile des Stillens die potenziellen Risiken einer Übertragung des Coronavirus überwiegen."

Die Experten betonen jedoch, dass es sich um erste, vorläufige Erkenntnisse handele. Empfehlungen könnten sich jederzeit ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickle.

Quelle: "FAQ für schwangere Frauen und ihre Familien zu spezifischen Risiken der COVID-19-Virusinfektion"


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