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92 Infizierte: Coronavirus: Massiver Ausbruch in Schlachthof in Dissen

Erneut hat es in einem deutschen Schlachthof einen massiven Ausbruch von Coronavirus-Infektionen gegeben. 92 Mitarbeiter eines Betriebs im niedersächsischen Dissen wurden positiv getestet. 

Coronavirus auf Schlachthof

Erneuer Coronavirus-Ausbruch in deutschem Schlachthof (Symbolbild)

DPA

In einem Schlachthof in Dissen hat es einen massiven Ausbruch von Covid-19-Infektionen gegeben. Insgesamt wurden 92 Mitarbeiter positiv getestet, so der Landkreis Osnabrück am Sonntag. Die Infizierten sowie ihre Kontaktpersonen befinden sich derzeit in Quarantäne. Seit Montag wird in dem Schlachthof nicht mehr produziert.   

Viele der Infizierten wohnten in Sammelunterkünften und würden von Subunternehmen beschäftigt, teilte der Landkreis ferner mit. Bereits zuvor waren in mehreren anderen deutschen Schlachthöfen zahlreiche Coronavirus-Infektionsfälle aufgetreten.    

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) appellierte angesichts der Coronavirus-Ausbrüche an die Bundesregierung, eine "grundlegende Reform" der Fleischindustrie auf den Weg zu bringen. Es müsse neue Gesetze und "glasklare Regeln" für die Branche geben, sagte NGG-Vizechef Freddy Adjan den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Dazu gehöre vor allem das Verbot von Werkverträgen im Kernbereich der Unternehmen.

    

Corona-Kabinett der Bundesregierung

Das sogenannte Corona-Kabinett der Bundesregierung will am Montag über die Missstände in der Fleischindustrie beraten. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will Vorschläge einbringen, um das Arbeitsschutzgesetz zu ändern. Berichten zufolge sieht ein Beschlussvorschlag ein weitgehendes Verbot von Werkverträgen in Schlachthöfen vor.  

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Gewerkschafts-Vizechef Adjan betonte, das System der Werkverträge - also der Anheuerung von Subunternehmen - habe die schlimmsten Zustände in der Branche ermöglicht. Die Betriebe dürften das Schlachten nicht mehr "an dubiose Billigfirmen vergeben und damit die Verantwortung auslagern". Die Fleischkonzerne hätten "skrupellos die Gesundheit von zehntausenden Menschen gefährdet". 

deb / AFP
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