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Coronavirus-Krise: New Yorks Gouverneur Cuomo: "Es werden Tausende sterben"

Die Lage in New York spitzt sich zu. Die Notrufzentralen sind überlastet. medizinische Ausrüstung wird knapp. Gouverneur Andrew Cuomo macht kein Geheimnis daraus: Das Coronavirus wird im US-Bundesstaat tausende Opfer fordern. 

Coronavirus New York: Menschen stehen Schlange und warten darauf, auf Covid-19 getestet zu werden.

Gouverneur Andrew Cuomo hatte das Wichtigste auf seiner täglichen Pressekonferenz schon gesagt: 237 neue Corona-Tote in New York, an nur einem Tag. Mehr als 7200 neue Infizierte im Bundesstaat. Überlastete Krankenhäuser. Die Lage ist dramatisch. 

Er war schon bei dem "Silberstreifen" am Horizont angelangt: Man solle sich einen schönen Tag mit der Familie machen, empfahl er den New Yorkern, so wie er: Italienisch essen mit seinen Töchtern zu Hause, Spaghetti mit Wurst und Fleischbällen, die alte Mutter wird dazugeschaltet per Telefon oder Skype. Ein bisschen Freude in dunklen Tagen, sagte er. Familienzeit.

Da kam eine der letzten Fragen der Journalisten: Mit wie vielen Toten er denn rechne? Cuomos Gesundheitsexperte Dr. Zucker, zuständig für solche Fragen, wollte sich wie immer nicht festlegen, er lässt die Dinge gern im Vagen.

Nicht so der Gouverneur, bekannt für seine Klarheit: "Ich weiß nicht, wie du die Zahlen anschauen kannst, ohne zu erkennen, dass Tausende sterben werden", sagte er.

Cuoma, Mann der deutlichen Worte

Da war es draußen in der Welt: Tausende Tote in New York. Mehr als bei den Terroranschlägen vom 11. September. Schon jetzt sind es mehr als 1000 Coronatote im Bundesstaat, fast die Hälfte aller Opfer in den USA. Schon jetzt gibt es allein in New York doppelt so viele Tote wie in ganz Deutschland.

Den Satz mussten die New Yorker erstmal verdauen: Tausende Tote in den kommenden Wochen.

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo rechnet mit tausenden Coronavirus-Opfern in seinem Bundesstaat

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo rechnet mit tausenden Coronavirus-Opfern in seinem Bundesstaat, zu dem auch New York City gehört

DPA

Andrew Cuomo, Gouverneur seit 2011, ist bekannt für seine klaren Worte, für sein mitunter brüskes Verhalten. Er sagt seinen New Yorkern die harte Wahrheit, die schlechten Zahlen, die "bad news": Die Schulen werden weiter geschlossen bleiben. Die nichtessentiellen Arbeiter und Angestellten werden weiter zu Hause bleiben müssen. Das Schlimmste kommt erst noch, in 14 bis 21 Tagen.

Er sagt es nicht panisch, auch nicht euphemistisch, sondern nüchtern und klar: Es kommt viel auf Euch zu. "Aber wir schaffen das. New Yorker sind taff."

Donald Trump

Hilfe aus China

Die Lage in New York spitzt sich zu. Die Notrufzentralen sind überlastet, auch einige Krankenhäuser, vor allem das von US-Präsident DonaldTrump oft zitierte Elmhurst Hospital Center in Queens, das "Epizentrum im Epizentrum" (Trump).

Bürgermeister Bill de Blasio gab bekannt, dass der Vorrat an medizinischer Ausrüstung nur noch eine Woche reiche, an Beatmungsgeräten sogar nur wenige Tage. Am Flughafen John F. Kennedy landete zur selben Zeit eine erste von 20 Maschinen aus China, die Millionen Gesichtsmasken, Handschuhe, Kittel brachte, weil es im eigenen Land einfach nicht genug gibt. Entwicklungshilfe vom Klassenfeind.

Und obwohl sich 76.000 pensionierte Ärzte und Krankenschwestern bereit erklärt haben, als Freiwillige auszuhelfen, fordert de Blasio mehr Hilfe, mehr Personal, vom Militär und von anderen Bundesstaaten. New York sei am Rand der Erschöpfung.

Am selben Tag wurde Anthony Fauci, Immunologe der Coronavirus Task Force und so etwas wie der Experte der Nation gefragt, mit wie vielen Toten man in den USA rechnen müsse – und er antwortete wie immer ehrlich: mehr als 100.000.

Trump verlängert Richtlinien zur sozialen Distanz

Tausende Tote in New York. Mehr als 100.000 im Land, womöglich bis zu 200.000. Auch davon mussten sich die Amerikaner am Sonntag erstmal erholen.

Da fiel es auch Präsident Trump nicht schwer, die strengen Richtlinien des "social distancing" zunächst bis Ende April zu verlängern. Tagelang wurde spekuliert, ob Trump das Land zu Ostern wieder öffnen würde, vor allem, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.

Jetzt deutete er einen realistischeren Termin für die Rückkehr zur Normalität an: 1. Juni 2020.

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