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Hohe Risiken Warum Sitzen so schlecht für die Gesundheit ist

Ein Mann sitzt mit geschlossenen Augen auf dem Sofa
Wir haben noch immer die Gene aus Urzeiten - und die brauchen regelmäßige Bewegung. Wer aber viel sitzt, dessen Krebsrisiko steigt deutlich an.
© txking/ GettyImages
Der menschliche Körper braucht Bewegung, um fehlerfrei zu funktionieren. Wer zu viel sitzt, muss mit gesundheitlichen Folgen rechnen. Vor allem die Gefahr an Krebs zu erkranken, steigt wohl dramatisch.

Aufstehen. Am besten gleich. Und laufen gehen. Oder spazieren. Einfach die Beine vertreten – und so etwas sehr Wichtiges für die Gesundheit tun. Wer noch Motivation braucht: Laut einer Studie, die im renommierten Wissenschaftsmagazin "JAMA Oncology" veröffentlicht wurde, steigt das Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken mit der Zeit, die wir sitzend verbringen. Es braucht noch weitere Untersuchungen, aber die bisherigen Daten weisen darauf hin, dass das Erkrankungsrisiko für viel Sitzende um bis zu 80 Prozent erhöht ist im Vergleich zu Personen, die sich regelmäßig bewegen. 

Die Erkenntnis, dass Inaktivität in Form von Sitzen uns nicht sonderlich gut bekommt, ist keine neue. Studien in der Vergangenheit wiesen bereits auf einen Zusammenhang von erhöhter Sitzzeit und Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Übergewicht bis hin zum verfrühten Tod hin.

Für die Studie wurden Daten neu ausgewertet

Das Besondere an dieser Untersuchung der University of Texas ist, dass dafür bereits vorhandene Daten einer großen Studie zu Schlaganfällen erneut ausgewertet wurden. Dafür konnte auf die Werte von 30.000 Männern und Frauen seit 2002 zurückgegriffen werden – inklusive ihrer Gesundheitsdaten, Angaben zum Lebensstil und Erkrankungen. Rund 8.000 Teilnehmer waren sogar mit einem Fitness-Tracker ausgestattet worden, so dass auch ihre Bewegungsdaten gesammelt werden konnten. Ihre Ergebnisse flossen nun in die neue Auswertung ein.

Je nach Aktivität und täglich im Sitzen verbrachten Stunden wurden die Probandinnen und Probanden in verschiedene Gruppen eingeteilt. Das Ergebnis war am Ende eindeutig: Die Personen mit der längsten Sitzzeit hatten ein um 82 Prozent erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken und zu sterben als die besonders aktive Gruppe. 

Es gibt aber auch eine positive Nachricht: Die Forscher fanden nämlich auch noch heraus, dass für alle 30 Minuten, die man sich bewegt statt zu sitzen, das Risiko an Krebs zu sterben um rund 30 Prozent sank. Sogar Testpersonen, die sich nicht sportlich betätigten, sondern spazieren gingen, Hausarbeit erledigten, im Garten arbeiteten, profitierten. Bei ihnen sank das Risiko im gleichen Zeitraum um jeweils acht Prozent. Die Studienleiterin Susan Gilchrist sagt: "Das Ergebnis ist, dass wir den Leuten sagen können, dass sie keine Marathon laufen müssen, um die Gefahr einer Krebserkrankung zu senken. Es macht schon viel Unterschied, wenn man jede Stunde für ein paar Minuten aufsteht und durch die Wohnung läuft."


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