HOME

Große Langzeitstudie: Wer sich einsam oder isoliert fühlt, erkrankt eher an Demenz

Forscher aus Florida haben in einer großen Langzeitstudie herausgefunden, dass Einsamkeit das Demenzrisiko erhöht. Aber auch wer bei seinen Angehörigen lebt, kann sich isoliert fühlen.

Einsamkeit im Alter

Einsamkeit im Alter erhöht das Demenzrisiko

Getty Images

Dass es einen Zusammenhang zwischen Alterseinsamkeit und Demenz gibt, wissen Forscher seit einigen Jahren. Nun haben Wissenschaftler der Florida State University in einer großangelegten Langzeitstudie diese Erkenntnisse vertieft. Über zehn Jahre wurden rund 12.000 Menschen über 50 Jahre regelmäßig befragt. Bis zur Veröffentlichung im Fachmagazin "Journal of Gerontology" erkrankten davon 1104 Teilnehmer an einer Form der Demenz. Dabei konnten die Forscher einen deutlichen Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Erkrankungshäufigkeit feststellen: Bei Personen, die sich einsam fühlten, erhöhte sich das Risiko an Demenz zu erkranken um 40 Prozent - und das ganz unabhängig von Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit oder Bildungsniveau. "Wir sind nicht die ersten Forscher, die zeigen, dass Einsamkeit mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden ist", sagte Angelina Sutin von der Florida State University zur "Daily Mail". "Dies ist jedoch bei weitem die größte Stichprobe mit einem langen Betrachtungszeitraum. Und die Gruppe war vielfältiger."

Einsamkeit und Demenz: Wann fühlen sich Menschen allein?

Dabei untersuchte das Team um Sutin das Phänomen der Einsamkeit genauer. Sie fanden heraus, dass es Menschen gibt, die zwar zurückgezogen und mit wenig sozialen Kontakten leben - sich dabei aber nicht einsam fühlen. Im Gegenzug gab es Personen, die in Familien lebten und viel sozialen Kontakt hatten, aber sich trotzdem isoliert und ungewollt fühlten. "Es ist ein Gefühl, dass die Menschen empfinden, dass sie nicht in ihre soziale Umgebung passen oder nicht dazugehören", sagte Angelina Sutin. "Von außen sieht es so aus, als hätten sie großes soziales Engagement, aber das subjektive Gefühl ist, dass sie nicht Teil der Gruppe sind."

Regelmäßig veröffentlichen Forscher weltweit Studien und Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Demenz. Ärzte vermuten, dass das Alleinsein den geistigen Verfall begünstigt. Warum das allerdings passiert, können sie bislang nicht belegen - bisher gibt es lediglich Theorien. 

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat ein Handbuch herausgegeben, dass sich mit dem Allein-Leben und der Einsamkeit mit Demenz beschäftigt.

Misshandlung: Grausame Szenen: Altenpflegerin beschimpft und schlägt demente Rentnerin

kg

Wissenscommunity