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Hilfe bei Seelennot: Was Sie über Psychotherapie wissen sollten

Welche Kosten trägt die Kasse? Welche Methoden gibt es? Und wie viele Sitzungen sind üblich und sinnvoll? Wichtige Fakten, die Ihnen als Hilfesuchender Orientierung bieten.

Dass die psychoanalytischen Kurzzeittherapie nutzt, ist eindeutig belegt

Dass die psychoanalytischen Kurzzeittherapie nutzt, ist eindeutig belegt

Die Kostenübernahme einer ambulanten Psychotherapie ist in der gesetzlichen Krankenversicherung ausschließlich für die Methoden Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Psychoanalyse zulässig. Kliniken können in der stationären Therapie auch andere Methoden abrechnen.

Psychoanalytiker

erklären auf der Grundlage der Lehren Sigmund Freuds beispielsweise eine Depression als Folge nicht ausgelebter Aggressionen, die sich am Ende gegen die eigene Person richten. Die Ursachen für die Beschwerden liegen in traumatischen Erlebnissen in der Kindheit, die der Patient verdrängt hat. Mithilfe des Therapeuten sollen sie aufgespürt, analysiert und überwunden werden. Eine Psychoanalyse dauert oft mehrere Jahre, die Kassen zahlen bis zu 300 Stunden. Allerdings gibt es nur wenige Untersuchungen, die der

Langform der Psychoanalyse

eine überzeugende Wirkung bei Depressionen bescheinigen.

Nach 25 Sitzungen sollten sich Erfolge zeigen

Eindeutig belegt ist dagegen der Nutzen der psychoanalytischen Kurzzeittherapie. Sie beschränkt sich auf ein klar begrenztes Problem, zum Beispiel unbewältigte Trauer oder Mobbing im Beruf, und ist auf 40 Stunden begrenzt. Zwölf Stunden sollte die Behandlung mindestens dauern, damit sie etwas bringt. Nachweislich wirkt ebenso die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Auch hier gilt es, aktuelle psychische Konflikte zu lösen. Die Vergangenheit dient lediglich als Hintergrund zur Erklärung der Beschwerden. Dauer: etwa 60 Sitzungen.

Ziel der

Verhaltenstherapie

ist, Handlungen des Patienten zu ändern. Sie erklärt eine Depression als Ergebnis nachteiliger Lernprozesse. Dem Patienten fehlt etwa positive Verstärkung durch angenehme Erlebnisse, oder er hat gelernt, dass alle Mühe nichts einbringt und er dem Schicksal scheinbar ausgeliefert ist. Verhaltenstherapeuten wollen helfen,

pessimistische Einstellungen durch realistische Alternativen

zu ersetzen, wieder aktiver zu werden und mehr Eigenverantwortung zu übernehmen.

Für alle drei Therapieformen gilt:

Nach rund 25 Sitzungen

sollten sich zumindest Teilerfolge einstellen. Bleiben diese aus, sinkt die Wahrscheinlichkeit drastisch, dass sich der Zustand des Betroffenen im weiteren Behandlungsverlauf noch deutlich bessert.

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