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Neue Studie: Gelegenheitsraucher aufgepasst: So schädlich ist eine Zigarette am Tag

Eine Zigarette am Tag - so schlimm kann die doch nicht sein, oder? Britische Forscher haben nachgeforscht und kommen zu einem eindeutigen Ergebnis.

Eine junge Frau raucht eine Zigarette.

Rauchen erhöht das Risiko für Krebs, Schlaganfälle und Herzinfarkte

Eine Zigarette zum Feierabend oder eine Kippe in geselliger Runde: Viele Menschen greifen gelegentlich zur Zigarette, auch wenn sie sonst kaum rauchen. Auch ehemals starke Raucher können oder wollen sich nicht jede Zigarette verkneifen. Sie glauben: Eine Kippe am Tag wird schon nicht so schlimm sein. Stimmt das?

Ein britisches Forscherteam um Allan Hackshaw vom University College London (UCL) ist dieser Frage nachgegangen. Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler 141 Studien aus den Jahren 1946 bis 2015 aus. Alle Studien beschäftigen sich mit der Frage, inwieweit Rauchen das Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) oder einen Schlaganfall erhöht. Bei der koronaren Herzerkrankung sind die Herzkranzgefäße durch Engstellen verstopft. Betroffene klagen über Schmerzen oder ein Druckgefühl im Brustkorb. Im schlimmsten Fall kann eine KHK zu einem Herzinfarkt führen. Das Ergebnis ihrer Untersuchung veröffentlichten die Forscher im Fachblatt "BMJ".

Das Ergebnis der Studie fällt überraschend aus, das geben sogar die Forscher zu: Demnach erhöht bereits eine Zigarette am Tag das Risiko für eine Koronare Herzkrankheit oder einen Schlaganfall in einem Maß, das über dem liegt, was die Wissenschaftler erwartet hatten.

Die einzelnen Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • Männer, die eine Zigarette am Tag qualmen, haben im Vergleich zu Nichtrauchern ein erhöhtes Risiko: Es steigt um 48 Prozent für eine KHK beziehungsweise um 25 Prozent für einen Schlaganfall.
  • Frauen scheint die eine tägliche Kippe sogar noch mehr zu schaden: Ihr Risiko steigt im Vergleich zu Nichtraucherinnen um 57 Prozent (KHK) beziehungsweise 31 Prozent (Schlaganfall).
  • Die Forscher untersuchten auch, wie das Risiko beeinflusst wird, wenn Raucher anstelle einer Schachtel Kippen (20 Zigaretten) nur eine Zigarette am Tag qualmen. Demnach liegt das Risiko nicht - wie erwartet werden könnte - bei einem Zwanzigstel des Risikos. Sondern entspricht ganzen 40 bis 50 Prozent des Risikos für Schlaganfall und KHK, das von einer Schachtel ausgeht.

Rauchstopp ist die gesündeste Wahl

Die Empfehlung der Forscher fällt daher eindeutig aus: "Raucher sollten lieber mit dem Rauchen aufhören anstatt zu versuchen, die Anzahl der Zigaretten zu reduzieren", schreibt Hackshaw. "Es gibt kein sicheres Rauch-Level in Bezug auf Herz-Kreislauf-Krankheiten."

Das Ergebnis der Studie bedeutet aber nicht, dass Gelegenheitsraucher nun beherzt zu mehr Zigaretten greifen dürfen. Raucher, die nur wenige Zigaretten qualmen, haben ein geringeres Risiko für Krebs-Erkrankungen im Vergleich zu starken Rauchern, schreiben die Forscher. Doch auch hier gilt: Ein Rauchstopp ist die gesündeste Wahl.

In Deutschland sterben nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit jedes Jahr etwa 110.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Tabakqualm zählt zu den größten vermeidbaren Gesundheitsrisiken.

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ikr
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