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Nach Foodwatch-Kritik: Rossmann räumt Zucker-Keks für Babys aus den Regalen

"Zuckrige Kekse sind alles andere als babygerecht": Auf Druck von Foodwatch nimmt die Drogeriekette Rossmann einen Kinderkeks vom Markt. Er bestand zu gut einem Viertel aus Zucker. Hersteller Alete verkauft ein vergleichbares Produkt jedoch weiterhin.

Ein Baby isst einen Kinderkeks.

Der "Babydream Bio Kinderkeks" von Rossmann besteht zu 24 Prozent aus Zucker (Symbolbild)

Die Drogeriekette Rossmann hat auf Druck der Verbraucherorganisation Foodwatch einen zuckrigen Keks für Babys aus dem Sortiment genommen. Wie Foodwatch in einer Erklärung mitteilte, reagierte Rossmann, nachdem die Organisation das Produkt als ungeeignet für Säuglinge und Kleinkinder kritisiert hatte. Der Babynahrungshersteller Alete vertreibt hingegen weiterhin ein ähnliches Produkt - Alete ist mit seinem "Kinderkeks" für den Negativpreis "Goldener Windbeutel" nominiert.

hatte in einer Anfrage an Rossmann den Zuckergehalt des Produkts "Babydream Bio Kinderkeks" in Höhe von 24 Prozent kritisiert. Damit widerspreche das Produkt den gängigen Ernährungsempfehlungen für Babys. Rossmann hatte seinen Keks dennoch für Säuglinge ab dem achten Monat empfohlen. Das Unternehmen nahm ihn nun aus dem Angebot.

"Goldener Windbeutel" von Foodwatch - Verbraucher dürfen entscheiden

Foodwatch wollte den Keks von Rossmann für die Wahl zur "dreistesten Werbelüge" des Jahres nominieren, stattdessen steht nun Alete mit seinem "Kinderkeks" auf der Liste. Foodwatch hatte auch diese Firma angeschrieben, jedoch die Antwort erhalten, dass bei dem Keks, der 25 Prozent Zucker enthält, alle gesetzlichen Vorgaben "selbstverständlich eingehalten" würden. Alete orientiere sich dabei etwa an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Zuckerkonsum. Diese jedoch gälten nicht für Säuglinge, kritisierte Foodwatch.

Foodwatch kürt "Goldenen Windbeutel": Karies-Kekse und Palmöl-Müsli: Sind das die dreistesten Werbelügen des Jahres?
Nominiert ist: "Alete: Kinderkeks"    "Babygerecht" seien die Kinderkekse und ab dem achten Monat "zum Knabberlernen" geeignet, wirbt Hersteller Alete auf der Verpackung. Dem widerspricht Foodwatch: "Mit 25 Prozent Zuckeranteil sind die Kinderkekse zuckriger als beispielsweise Leibniz Butterkekse. Sie sind damit alles andere als babygerecht, sondern fördern Karies."

Nominiert ist: "Alete: Kinderkeks"

"Babygerecht" seien die Kinderkekse und ab dem achten Monat "zum Knabberlernen" geeignet, wirbt Hersteller Alete auf der Verpackung. Dem widerspricht Foodwatch: "Mit 25 Prozent Zuckeranteil sind die Kinderkekse zuckriger als beispielsweise Leibniz Butterkekse. Sie sind damit alles andere als babygerecht, sondern fördern Karies."


"Ärzte und Gesundheitsexperten empfehlen ganz klar: Produkte für Babys sollten keinen zugesetzten Zucker enthalten", erklärte Sophie Unger von Foodwatch. Die Wahl für den "Goldenen Windbeutel" läuft noch bis zum 26. November. Verbraucher können unter "goldener-windbeutel.de" abstimmen. In diesem Jahr vergibt Foodwatch den Negativpreis zum siebten Mal.

Ebenfalls nominiert sind in diesem Jahr das "Urlegenden Müsli Quinoa, Apfel, Cranberries & Chia-Samen" von Kellogg's, der "Protein Drink Vanille" von Bauer, das "Becel Omega-3 Pflanzenöl" von Unilever und die "Lacroix Gebundene Ochsenschwanz Suppe" des Herstellers Continental Foods.


ikr/AFP