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Verbrauchermagazin deckt auf: Gen-Gemüse im Bio-Babybrei gefunden

Das ZDF-Magazin "Wiso" hat in vielen Bio-Babygläschen zweier Hersteller gentechnisch verändertes Gemüse gefunden. Die betroffenen Firmen kündigten verschärfte Analysen an.

Das stellt man sich wirklich nicht unter Bio vor: Viele Gläschen mit Bionahrung für Babys enthalten offenbar gentechnisch verändertes Gemüse. Das ist das Ergebnis einer Stichprobe des ZDF-Verbrauchermagazins "Wiso". Betroffen sind Produkte der Marken Hipp und Demeter. Die Proben von Alnatura und Bioland waren dagegen frei von Gen-Gemüse.

Fündig wurden die Tester in allen Proben der Demeter-Holle Babynahrung "Brokkoli mit Vollkornreis" sowie bei jedem vierten Hipp-Produkt. Insgesamt untersuchten die Tester 37 Produkte, die sie in verschiedenen Städten und im Internet erworben hatten. Im Detail sind die Ergebnisse am Montag, 7. Oktober, um 19.25 Uhr im ZDF zu sehen.

Bereits vor zwei Monaten hatte ein ähnlicher Test von "Wiso" ergeben, dass Tiefkühl-Blumenkohl der Demeter-Marke Natural Cool gentechnisch verändert war. Damals hatte Demeter die Ware sofort vom Markt genommen. Als Reaktion auf die aktuellen Ergebnisse kündigte Demeter eigene Untersuchungen an: "Sollte sich herausstellen, dass in den von 'Wiso' getesteten Babygläschen kein Demeter-Brokkoli war, werden wir diese Ware vom Markt nehmen", zitiert das Magazin Demeter-Vorstand Alexander Gerber.

Die Firma Hipp gab "Wiso" zufolge ebenfalls bekannt, dem Ergebnis nachzugehen, um sicherzustellen, dass in Zukunft "keine Spuren" mehr von gentechnisch verändertem Gemüse zu finden sein werden. "Wir werden die Analysen verschärfen", sagte der Geschäftsführer Johannes Doms. Bei Hipp dürften nur Gemüsesorten eingesetzt werden, die nicht gentechnisch verändert seien.

Bei den betroffenen Gemüsesorten handelt es sich dem ZDF-Magazin zufolge um sogenannte CMS-Hybride. CMS steht für "Cytoplasmatische Männliche Sterilität". CMS bewirkt, dass sich die Pflanzen nicht mehr selbst bestäuben, stattdessen wachsen die Ernte-Erträge. Züchter übertragen deshalb CMS mittels Zellfusion auf Gemüsesorten wie Blumenkohl oder Brokkoli. Nach der EU-Freisetzungsrichtlinie zählt die Zellfusion zur Gentechnik. Für CMS-Hybride formuliert die Richtlinie allerdings eine Ausnahme, der zufolge konventionelle Landwirte, aber auch Bio-Bauern CMS-Hybride anbauen und vermarkten dürften. Die deutschen Bio-Verbände und die Firma Hipp lehnen CMS-Hybride jedoch strikt ab.

bak
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