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FORSCHUNG: Neues Brustkrebs-Gen entdeckt

Ein internationales Team von Wissenschaftlern hat ein neues Gen entdeckt, dass für die Entstehung von Brustkrebs verantwortlich ist.

Zweites Gen nach BRCA

Ein internationales Wissenschaftler-Konsortium hat ein neues Brustkrebs-Gen identifiziert. Mutationen in dieser Erbanlage sind für etwa ein Prozent aller Brustkrebsfälle bei Frauen verantwortlich, bei Männern gehen sogar neun Prozent der Erkrankungen auf dieses Gen zurück. Dies berichten die Wissenschaftler in einer Online-Vorabveröffentlichung des US- Fachblatts »Nature Genetics«. Die Gene BRCA1 und BRCA2 sind bereits seit langem als Brustkrebs- Gene bekannt, allerdings sind sie nur für eine kleine Zahl der Erkrankungen verantwortlich. Aus diesem Grund suchten die Wissenschaftler nach weiteren genetischen Veränderungen, die zur Entstehung von Brustkrebs beitragen können. Sie untersuchten 718 Familien, in denen Fälle von Brustkrebs aufgetreten waren, die nicht auf die Gene BRCA1 und 2 zurückzuführen sind.

CHEK2-Mutation verhindert Zellreparatur

Die Forscher entdeckten, dass bei den untersuchten Personen eine Mutation in einem CHEK2 genannten Gen auftrat - deutlich häufiger als bei einer gesunden Kontrollgruppe. Diese Veränderung der Erbanlage führt dazu, das Frauen ein zweifach, Männer sogar ein zehnfach höheres Risiko haben an Brustkrebs zu erkranken. Bei Personen, die bereits eine Mutation in einem der beiden schon vorher bekannten Gene (BRCA1/2) haben, erhöhte sich das Risiko hingegen nicht weiter. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass das CHEK2-Gen auf dem selben Weg Krebs hervorruft wie BRCA 1 oder 2. Ist dieser Pfad einmal unterbrochen, wirkt sich eine weitere Mutation nicht mehr aus. Das Protein, das von dem CHEK2-Gen gebildet wird, spielt bei der Zellteilung eine bedeutende Rolle. Immer dann, wenn die Erbsubstanz DNA (Desoxyribonukleinsäure) geschädigt wird, stoppt das Protein die Zellteilung, damit der Schaden repariert werden kann. So wird verhindert, das Defekte an die Tochterzellen weitergegeben werden. Durch die Mutation im Gen entsteht ein funktionsunfähiges Protein. Schäden in der DNA werden nicht mehr repariert. Auf diese Weg kann Krebs entstehen.

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