GENETIK Erbgut der Maus bald entschlüsselt

Zwei Jahre nach der Entzifferung des menschlichen Erbgutes steht ein internationales Wissenschaftler-Team kurz vor der Entzifferung der Gen-Sequenz der Maus.

Zwei Jahre nach der Entzifferung des menschlichen Erbgutes steht ein internationales Wissenschaftler-Team kurz vor der Entzifferung der Gen-Sequenz der Maus.

Ähnlichkeiten mit dem menschlichen Erbgut

Schon jetzt zeige sich eine große Ähnlichkeit zwischen der Struktur der Erbanlagen von Menschen und Mäusen, teilte das National Human Genom Research Institute der USA in Washington mit. Mäuse besäßen mit 30.000 Genen praktisch dieselbe Anzahl an Erbträgern wie der Mensch. Die Wissenschaftler erhoffen sich nun anhand von Laborversuchen mit Mäusen, Rückschlüsse auf das menschliche Erbgut ziehen zu können. So sollen neue Erkenntnisse über die Entstehung, Diagnose und Behandlung von chronischen Leiden wie etwa Krebs gewonnen werden.

»Für viele menschliche Krankheiten, von Krebs bis zu Immunschwäche-Krankheiten, haben wir wichtige Einsichten durch das Studieren von Maus-Modellen gewonnen«, hieß es in der Mitteilung des Forschungsinstituts. Das menschliche Genom ist zwar in seiner Zusammensetzung und Sequenz entziffert, die Funktion der einzelnen Gene ist aber noch unbekannt.

Wiederholung von Sequenzen bei Maus und Mensch

Besonders überrascht zeigten sich die Wissenschaftler darüber, dass Mäuse die gleiche Wiederholung von gewissen Sequenzen der Erbsubstanz DNS aufwiesen. Diese als »Junk DNA« (Ramsch DNS) bezeichneten Teile könnte damit eine noch unerkannte Funktion haben, da sie sich im Erbgut von Menschen und Mäusen während der Evolution gleichermaßen erhalten hätte.»Die Evolution erhält die wichtigsten genetischen Informationen über alle Arten hinweg - wenn bestimmte DNS-Sequenzen von der Evolution über Hunderte von Millionen Jahren erhalten worden sind, dann müssen sie funktionell wichtig sein«, sagte der Direktor des Whitehead Center für Genomforschung am Massachusetts Institute of Technology, Eric Lander.

Erbgutkarte der Maus im WWW

Zu dem internationalen Forschungsteam gehören unter anderem auch Wissenschaftler der Washington University in St. Louis und von der britischen Cambridge University. Die von ihnen entzifferte Erbgut-Karte der Maus ist im Internet frei abrufbar. Auch die Forscher der US-Firma Celera Genomics stehen nach eigenen Angaben kurz vor der Entzifferung des Erbgutes der Maus. Die Firma hatte vor zwei Jahren fast zeitgleich mit dem internationalen Forscherteam die Struktur des menschlichen Genoms veröffentlicht.


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