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Genetik: Forscher entschlüsseln Erbgut des Périgord-Trüffels

Der Périgord-Trüffel gilt unter Feinschmeckern als Delikatesse. Nun ist es einem internationalen Forscherteam gelungen, sein Erbgut zu entschlüsseln. Sie sind damit dem Geheimnis seines unverkennbaren Geschmacks näher gekommen.

Ein internationales Team von fünfzig Wissenschaftlern hat das Erbgut des schwarzen Trüffels (Périgord-Trüffel) aufgeschlüsselt. Die Erbanlagen des Pilzes wurden bereits 2007 sequenziert, nun erfolgte in französischen und italienischen Instituten die Feinanalyse, deren Ergebnisse in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Nature" nachzulesen sind. "Das Genom der Trüffel umfasst 125 Millionen Basenpaare", teilte das französische Forschungsinstitut Inra am Montag mit. Das Erbgut des Périgord-Trüffels sei somit das größte aller bisher erforschten Pilze.

Das Forscherteam, darunter auch der deutsche Wissenschaftler Richard Splivallo von der Universität Göttingen, untersuchte die Stoffe, die das besondere Aroma des bei Feinschmeckern sehr beliebten Pilzes ausmachen. Nach der ersten Analyse des Erbguts der auch als schwarzen Diamanten bezeichneten Delikatessen vermuten die Wissenschaftler, dass der Trüffel die meisten Stoffe, die sein unverkennbares Aroma ausmachen, selber produziere. Bisher hatten sie angenommen, dass in dem Speisepilz lebende fremde Organismen wie Bakterien oder Hefe die Geschmacksstoffe herstellen.

Symbiose mit den Baumwurzeln

Parallel zur Entstehung des unverkennbaren Geschmacks erforschten die Wissenschaftler auch die Symbiose der Pilze mit den Baumwurzeln, insbesondere das Zusammenspiel der Gene. Der Périgord-Trüffel wächst in etwa einem halben Meter Tiefe unter der Erdoberfläche, bevorzugt zwischen den Wurzeln von Eichen und Haselsträuchern. "Der Trüffel ist die Frucht der Ehe der unterirdischen Fäden des Tuber melanosporum mit den Verzweigungen der Wurzeln bestimmter Bäume wie der Eiche", erklärten die Forscher. "Aus dieser Beziehung werden die Mykorrhizen geboren, symbiotische Organe halb Pilz, halb Wurzel." Solche Symbiosen gibt es seit 200 Millionen Jahren. Die Pilze helfen der Pflanze, Nährstoffe aus dem Boden zu lösen. Dafür liefert die Pflanze dem Pilz, der nicht zur Photosynthese fähig ist, im Gegenzug Energie.

Der nun sequenzierte Wintertrüffel hat 7500 Gene, rund 6000 identisch mit denen anderer Pilze; mehrere hundert sind einzigartig. Sie sind wichtig für die Entwicklung des Trüffels und die Art, wie die Pilze mit den Bäumen kooperieren. Als nächstes wollen die Forscher untersuchen, welche Wirkung die hohe Zahl der Wiederholungen im Erbgut auf die Variationsvielfalt der Art hat. Bekannt ist, dass die Organisation der Genome der Trüffel sich sehr von denen anderer Pilze unterscheidet, die ebenfalls mit Baumwurzeln Symbiosen eingehen.

VR/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?