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Beliebter Moderator: Frank Elstner hat Parkinson - was man unter der Krankheit versteht

"Ich versuche, die Sache so leicht wie möglich zu nehmen": In einem Interview machte Frank Elstner seine Parkinson-Erkrankung öffentlich - ein Leiden, das vor allem ältere Menschen trifft.

Frank Elstner ist an Parkinson erkrankt

Hat vor drei Jahren die Diagnose Parkinson erhalten: TV-Moderator Frank Elstner (77)

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Der beliebte Moderator Frank Elstner (77) ist an Parkinson erkrankt. Er habe die Diagnose vor drei Jahren bekommen, sagte Elstner in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". "Außer meiner Familie und meinem besten Freund habe ich es bislang niemandem erzählt." Hin und wieder verspüre er Muskel-, Nacken- und Rückenschmerzen, erklärte er. "Ich versuche, die Sache so leicht wie möglich zu nehmen und nicht in Selbstmitleid zu versinken", sagte Elstner. Der 77-Jährige wurde durch Sendungen wie "Wetten, dass..?", "Verstehen Sie Spaß?" und "Montagsmaler" einem Millionenpublikum bekannt.

Parkinson ist eine nervenbedingte Bewegungsstörung, die vor allem ältere Menschen trifft. Ursache für die auch Schüttellähmung genannte Krankheit ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Sie produzieren dann kein Dopamin mehr, mit dessen Hilfe der Körper normalerweise Bewegungen steuert. Zahlreiche Störungen sind die Folge: Zittern, verspannte Muskeln sowie Gang- und Gleichgewichtsstörungen. Hinzu kommen eine leise und monotone Sprache sowie eine starre Mimik. Zusätzliche Symptome können aber auch Schlafstörungen, Depressionen und geistige Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz sein.

Die Krankheit ist nach dem englischen Arzt James Parkinson benannt, der die Bewegungsstörung 1817 erstmals beschrieben hat. Morbus Parkinson ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. In der Bundesrepublik sind laut Krankenkassendaten etwa 400.000 Menschen an dem unheilbaren Leiden erkrankt, schreibt die Deutsche Parkinson Gesellschaft. Die Patienten sind bei der Diagnose im Durchschnitt 60 Jahre alt. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Als Risikofaktoren für Parkinson gelten ein höheres Lebensalter und eine genetische Vorbelastung. 

Therapie bei Parkinson

Parkinson kann derzeit nicht geheilt werden. Für Erkrankte stehen jedoch verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, beispielsweise Medikamente, Physiotherapie, Sprechtherapien, aber auch operative Verfahren. Das Ziel der Therapie ist es, die Selbstständigkeit des Patienten so lange wie möglich zu erhalten und Pflegebedürftigkeit zu verhindern.

Wut auf die Krankheit verspüre er "überhaupt nicht", erklärte Elstner, der erst vor kurzem seinen 77. Geburtstag gefeiert hat. "Ich habe viele Freunde, die vorher gestorben sind - warum soll ich da eine Wut haben? Jedes Jahr, das jetzt dazukommt, ist für mich ein Bonusjahr." Lediglich vor den Reaktionen der Leute fürchtet sich der Entertainer: "Wovor ich Angst habe, ist, dass in Zukunft jeder im Restaurant schaut, ob ich schon zittere", sagte Elstner. "Ich hoffe, dass eine gewisse Natürlichkeit Einzug hält: Dann zittere ich halt."

ikr / DPA
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