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Hautkrebs-Früherkennung, PSA-Test, Mammographie: Mit diesen Untersuchungen sorgen Sie gut vor

Nicht jede Untersuchung ist gut für unsere Gesundheit: Ein Fehlalarm kann schließlich belasten und unnötige Therapien nach sich ziehen. Wir haben überprüft, welcher Test sich wirklich lohnt.

Von Nicole Heißmann und Nicole Simon

Eine gute Vorsorge ist wichtig, aber welche Untersuchung lohnt sich wirklich?

Eine gute Vorsorge ist wichtig, aber welche Untersuchung lohnt sich wirklich?

Wer gesund bleiben will, sollte sich regelmäßig untersuchen lassen. Doch nicht jeder Test ist immer sinnvoll und kann sogar zu einer zusätzlichen Belastung werden. Wir haben überprüft was bei welchen Untersuchungen getestet wird und welche sich wirklich lohnen.

Beim Allgemeinarzt oder Internisten

Gesundheits-Check-up ab 35

Der Arzt fragt nach Beschwerden, Lebensstil und Krankheiten in der Familie, horcht Lunge und Herz ab, prüft Haut, Gelenke und Reflexe, misst Blutdruck und Puls. Im Blut werden Gesamtcholesterin und Blutzucker, im Urin das Eiweiß Albumin, rote und weiße Blutkörperchen, Nitrit und Glukose bestimmt.

Für wen angeboten? Für alle ab 35 Jahren.

Kosten: Alle zwei Jahre kostenfrei.

Bewertung: Die Tests erkennen keine Krankheiten, sondern liefern nur erste Hinweise (z. B. auf Arteriosklerose oder Diabetes). Daraus lassen sich Konsequenzen ziehen, auch um spätere Krankheiten zu verhindern. Jüngere Studien weisen allerdings darauf hin, dass Menschen, die diesen Check absolvieren, im Schnitt nicht länger leben oder seltener erkranken.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Diverse Folgeuntersuchungen, etwa Analyse weiterer Blutwerte, EKG, EEG.

"Manager-Check-up"

Nach dem Arzt-Patient-Gespräch erfolgen diverse Untersuchungen wie Ruhe- und Belastungs-EKG, Ganzkörper-Magnetresonanztherapie (MRT), Hautuntersuchung, Ultraschall der Bauchorgane und der Halsschlagader. Dazu werden Blutwerte bestimmt: Cholesterine, Leberwerte, Mineralstoffe, Entzündungswerte u. v. m.

Für wen angeboten? Für gestresste Berufstätige.

Kosten: Mehrere Hundert bis weit über tausend Euro.

Bewertung: Das Verfahren sucht unspezifisch nach allem Möglichen - mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dass ein abklärungsbedürftiger, aber gesundheitlich nicht relevanter Befund auftritt. Ein Nutzen der sehr teuren Untersuchungen ist bis heute nicht belegt; die verschiedenen Check-ups sind zeitaufwendig und obendrein nicht standardisiert.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Je nach Befund weitere Untersuchungen.

"Raucher-Screening"

Der Brustkorb wird von vorn und von der Seite oder auch in einer Computertomografie-"Röhre" (CT) geröntgt. Der Arzt sucht krebsverdächtige Stellen in der Lunge. Ergänzend wird aus den Bronchien abgehusteter Schleim (Sputum) auf veränderte oder bösartige Zellen untersucht.

Für wen angeboten? Für Raucher ab etwa 55 Jahren.

Kosten: Röntgen ca. 50 bis 60 Euro, Computertomografie ca. 150 bis 250 Euro, Sputum-Test rund 45 bis 60 Euro.

Bewertung: Das Röntgen der Lunge hat wenig Einfluss darauf, ob man an Lungenkrebs stirbt oder nicht, weil sehr viele Tumoren nicht entdeckt werden. Bei der CT weisen erste Studien darauf hin, dass sie die Zahl der Lungenkrebstoten bei starken Rauchern leicht senken könnte. Doch noch immer fehlen wichtige Langzeitergebnisse. Röntgen, CT und Sputum-Test liefern sehr oft falsche Verdachtsbefunde. Wegen der Strahlenbelastung sind Röntgen und CT ohne Krankheitsverdacht in Deutschland rechtlich heikel. Ausnahme: im Mammografie-Screening-Programm (siehe Seite 2).

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Spiegelung der Bronchien, MRT, Gewebeprobe (Biopsie).

Chemischer Nachweis von Blut im Stuhl (z. B. Haemoccult-Test)

Beim Arzt bekommt man drei Testkärtchen oder Röhrchen für Stuhlproben. Wird im Labor der Blutfarbstoff Häm im Stuhl nachgewiesen, kann das auf einen Darmtumor hinweisen.

Für wen angeboten? Für alle ab 50 Jahren.

Kosten: Ab 50 Jahren einmal im Jahr kostenlos, ab 55 kann man alle zwei Jahre zwischen großer Darmspiegelung und Stuhltest wählen, bekommt aber nur zweimal eine Spiegelung erstattet.

Bewertung: In Studien kam heraus, dass der Test rund die Hälfte der Tumoren nicht erkennt. Obendrein schlägt er sehr oft Fehlalarm: Von zehn Untersuchungen mit einem Tumorbefund erweisen sich fünf bis acht später als falsch. Viele Faktoren wie der Verzehr von Blutwurst oder Brokkoli können den Test verfälschen. Trotzdem verhindert er unterm Strich Darmkrebstodesfälle, wenn auch minimal. Immunologische Stuhltests, die selbst bezahlt werden müssen, finden zwar mehr Tumoren, produzieren aber noch häufiger blinden Alarm. Und ob mehr Menschen damit überleben, ist noch nicht belegt.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Große Darmspiegelung.

Große Darmspiegelung (Koloskopie)

24 Stunden vor der Untersuchung darf man nichts mehr essen und schluckt ein Abführmittel mit viel Flüssigkeit, um den Darm zu reinigen. Vor der Spiegelung wird eine Kanüle in die Armvene gelegt, über die gegebenenfalls Schmerz- und Beruhigungsmittel gespritzt werden. Der Darm wird leicht aufgepumpt, und der Arzt schiebt durch den After einen etwa anderthalb Meter langen Schlauch (Endoskop) mit Lampe an der Spitze durch den Dickdarm bis zum Blinddarm. Beim Zurückziehen liefert das Endoskop Bilder von der Darmschleimhaut, auf denen Krebs und Krebsvorstufen (Polypen) erkennbar sind.

Für wen angeboten? Für alle ab 55 Jahren.

Kosten: Ab 55 Jahren zweimal im Abstand von zehn Jahren kostenfrei, gegebenenfalls im Wechsel mit einem Stuhltest.

Bewertung: Die Methode ist sehr treffsicher und kann verhindern, dass Darmkrebs entsteht, da schon Vorstufen entfernt werden können. Sie liefert nur selten blinden Alarm, ihre Qualität wird in Deutschland überwacht, der Arzt muss die Untersuchung mindestens 200 Mal im Jahr durchführen. Doch nach wie vor fehlen gute wissenschaftliche Studien, die belegen, dass man wegen der Koloskopie länger lebt. Ihr Nutzen scheint jedoch plausibel. Flache Darmtumoren werden schlechter erkannt als eher rundliche Polypen. Die Spiegelung ist aufwendig, häufig eher unangenehm und nicht ohne Risiken: Bei 10 000 Untersuchungen kommt es in 25 bis 35 Fällen zu Blutungen oder Herz-Kreislauf-Problemen, in drei bis acht Fällen durchstößt der Schlauch den Darm, was lebensgefährlich werden kann.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Schon bei der Spiegelung Gewebeentnahme mit einer kleinen Zange oder Entfernung von größeren Polypen mit einer Schlinge, bei Verdacht auf bösartigen Tumor Ultraschall, Computer- oder Magnetresonanztomografie.

Beim Augenarzt: Früherkennung von Grünem Star (Glaukom)

Mit einem Sensor oder einem Luftstoß wird die Hornhaut des Augapfels leicht flachgedrückt. Aus der dazu nötigen Kraft wird der Augeninnendruck berechnet. Ergänzend spiegelt der Arzt den Augenhintergrund, um Sehnerven und Blutgefäße zu begutachten. Dazu muss die Pupille eventuell "weitgetropft" werden, was zu vorübergehenden Sehstörungen führt. Im zusätzlichen Gesichtsfeldtest müssen leuchtende Punkte erkannt werden.

Für wen angeboten? Für Erwachsene ab 40 Jahren.

Kosten: Circa 10 bis 22 Euro, kostenlos etwa für Diabetiker mit Netzhautveränderungen oder für kortisonbehandelte Patienten.

Bewertung: Obwohl die Untersuchung sehr oft angeboten wird, ist bis heute nicht klar, wie gut Vor- und Frühstadien des Grünen Stars erkannt werden oder ob dadurch weniger Menschen erblinden. Die Zahl der Fehlalarme ist wahrscheinlich hoch. Ist möglicherweise sinnvoll bei schwerer Kurzsichtigkeit oder Grünem Star in der Familie.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Regelmäßige Augenuntersuchungen.

Beim Frauenarzt oder in einem Screening-Zentrum

Röntgenuntersuchung der Brust (Mammografie)

Beide Brüste werden senkrecht und schräg zwischen Plexiglasplatten gedrückt und geröntgt. Tumoren erscheinen hell.

Für wen angeboten? Frauen von 50 bis 69 Jahren werden im Rahmen des Mammografie-Screening-Progamms eingeladen.

Kosten: Alle zwei Jahre kostenlos.

Bewertung: Die Mammografie entdeckt viele Tumoren (Karzinome) in frühen Stadien und kann so die Heilungschancen verbessern. Die Qualität des Mammografie-Screening-Programms wird überwacht. Allerdings ist der Nutzen der Aufnahmen geringer, als man lange dachte: Denn von 1000 Frauen, die zehn Jahre lang am Screening teilnehmen, stirbt nur eine weniger an Brustkrebs anstatt im gleichen Zeitraum an einer anderen Erkrankung. Für Frauen unter 50 ist die Mammografie hierzulande wegen der Strahlenbelastung verboten - außer bei Krebsverdacht oder Brustkrebs in der Familie. Mammografien entdecken bei vielen Frauen harmlose Zysten oder Tumoren, die nie gefährlich geworden wären. Jede zehnte Frau wird durch einen Fehlalarm verängstigt, und von 1000 Frauen verlieren fünf unnötig ihre Brust. Bei dichtem Drüsengewebe oder Brustkrebs in der Familie ist es möglicherweise sinnvoll, die Mammografie durch Ultraschall oder Magnetresonanztomografie zu ersetzen oder zu ergänzen. Frauen, die eine Untersuchung außerhalb des Screening-Programms wünschen, sollten sich etwa in einem Brustzentrum beraten lassen.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Weitere Mammografie oder Ultraschall, seltener Magnetresonanztomografie; Gewebeentnahme aus der Brust (Biopsie).

Ultraschall der Brust (Mamma-Sonografie)

Der Arzt führt eine Ultraschallsonde über die gesamte Fläche der Brüste bis zu den Achselhöhlen und sucht nach Gewebeveränderungen, die auf einem Bildschirm als dunkle Schatten auftauchen.

Für wen angeboten? Für Frauen ab 40 Jahren.

Kosten: Circa 26 bis 60 Euro.

Bewertung: Noch immer gibt es lediglich Hinweise darauf, dass Ultraschall eine sinnvolle Ergänzung zur Mammografie ist, vor allem bei Frauen, die zu jung oder zu alt für das Screening-Programm sind oder die ein drüsenreiches Brustgewebe haben. Die Untersuchung belastet zwar nicht mit Strahlen, ist aber als alleinige Methode zu ungenau, vor allem bei großen Brüsten und um frühe Krebsstadien zu erkennen. Ultraschall löst noch häufiger Fehlalarm aus als eine Mammografie und sollte nur von erfahrenen Ärzten durchgeführt werden.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Mammografie, seltener Magnetresonanztomografie, Biopsie.

Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs (Pap-Abstrich)

Mit einem schnabelartigen Instrument drückt der Arzt die Scheidenwände auseinander und streicht mit einem Bürstchen Schleimhautzellen vom Muttermund ab. Im Labor werden die Zellen gefärbt und auf Veränderungen untersucht.

Für wen angeboten? Für Frauen ab 20 Jahren. Wer nach dem 1. April 1987 geboren ist, muss sich beim Arzt über die Untersuchung informieren, zahlt sonst im Falle einer Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs mehr dazu.

Kosten: Einmal im Jahr kostenlos.

Bewertung: Liefert Hinweise auf veränderte Zellen und frühe Krebsstadien und kann so die Heilungschancen von Gebärmutterhalskrebs verbessern. Seit der Einführung des Tests in den Siebzigern sterben in Deutschland deutlich weniger Frauen an diesem Tumor. Womöglich ist es aber nicht nötig, ihn jedes Jahr zu absolvieren. Studien legen nahe, dass auch größere Abstände ausreichen könnten. Der Test gibt oft blinden Alarm. Folge: unnötige Gewebeentnahmen - und die damit verbundenen Ängste.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Je nach Stadium abwarten oder Begutachtung des Muttermundes mit einer Scheidenlupe (Kolposkopie), eventuell Gewebeentnahme mit einer kleinen Zange (Knipsbiopsie) zur Untersuchung im Labor; unter Umständen OP mit Entfernung von Teilen des Gebärmutterhalses.

Test auf humane Papillomaviren (HPV-Test)

Abstrich vom Muttermund wie beim Pap-Test, im Labor werden die Schleimhautzellen auf das Erbgut bestimmter humaner Papillomaviren untersucht, die Warzen und Gebärmutterhalskrebs fördern.

Für wen angeboten? Für Frauen ab 20 Jahren.

Kosten: Circa 50 bis 60 Euro.

Bewertung: Der Test gibt sehr genaue erste Hinweise auf Veränderungen der Schleimhaut, was für die Krebsfrüherkennung von Vorteil sein könnte. Da er jedoch oft bei HPV-Infektionen anschlägt, die harmlos sind und wieder verschwinden, empfehlen ihn Fachleute noch nicht als Routineuntersuchung. Mit einem verdächtigen Ergebnis muss man leben, da sich die Virusinfektion nicht behandeln lässt. Wahrscheinlich wenig sinnvoll bei Frauen unter 30 Jahren, die häufig nur vorübergehend infiziert sind.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Wiederholung des Tests, Kolposkopie, eventuell Biopsie.

Tastuntersuchung von Brust und Eierstöcken

Der Arzt tastet die Brüste und benachbarte Lymphknoten in den Achselhöhlen nach Knoten oder Verhärtungen ab, fragt nach Veränderungen der Brust und erklärt die Selbstuntersuchung der Brust. Durch die Bauchdecke werden die walnussgroßen Eierstöcke ertastet, um Veränderungen zu erkennen.

Für wen angeboten? Für Frauen ab 20 Jahren (Brust ab 30).

Kosten: Einmal im Jahr kostenfrei.

Bewertung: Tasten ist keine Früherkennung und kann nur größere Tumoren finden, die dann womöglich schon gestreut haben. Weder für die manuelle Untersuchung der Brust durch den Frauenarzt noch für die Selbstuntersuchung als alleinige Methode ist ein Nutzen belegt. Das Gleiche gilt für das Abtasten der Eierstöcke. Verdächtige Befunde müssen aber unbedingt abgeklärt werden.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Mammografie oder Biopsie der Brust; Ultraschall der Eierstöcke, Bluttest auf Tumormarker, eventuell OP mit Biopsie der Eierstöcke.

Chlamydien-Test

In einer Urinprobe wird das Erbgut des Bakteriums Chlamydia trachomatis nachgewiesen. Der Keim kann Unterleibsentzündungen und Schwangerschaftskomplikationen auslösen.

Für wen angeboten? Für junge Frauen und Schwangere sowie vor einem Schwangerschaftsabbruch.

Kosten: Für Frauen bis 25 Jahre jedes Jahr und zu Beginn einer Schwangerschaft oder vor einem Schwangerschaftsabbruch einmalig kostenlos.

Bewertung Der Test ist sinnvoll für junge und sexuell aktive Frauen, für Schwangere und vor einem Schwangerschaftsabbruch, weil er das Risiko für Entzündungen und Unfruchtbarkeit vermindert. Er liefert keinen Hinweis, seit wann und von wem man die Infektion hat. Diskutiert wird, ob der Test auch für Männer zu empfehlen ist.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Einnahme von Antibiotika (Partner mitbehandeln!), für einige Zeit Benutzung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr.

Beim Hautarzt oder beim Allgemeinarzt

Hautkrebs-Früherkennung

Mit dem bloßen Auge oder mit einem lupenartigen Auflichtmikroskop sucht der Arzt die gesamte Haut inklusive Kopf und Übergängen zu den Schleimhäuten nach verdächtigen Stellen ab. So sollen sowohl heller Hautkrebs als auch das seltenere, aber aggressivere Melanom entdeckt werden.

Für wen angeboten? Für Männer und Frauen ab 35 Jahren.

Kosten: Alle zwei Jahre kostenfrei; Auflichtmikroskopie circa 16 Euro.

Bewertung: Wird Hautkrebs früh entfernt, kann er mit hoher Wahrscheinlichkeit geheilt werden. Das ist besonders beim aggressiven Melanom wichtig. Studien zeigen, dass Ärzte den dunklen Hautkrebs meist finden. Trotzdem steht die Untersuchung derzeit auf dem Prüfstand, denn es gibt noch immer keinen ausreichenden Nachweis, dass das regelmäßige Screening gesunder Menschen insgesamt lebensverlängernd wirkt.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Ausstanzen der Hautstelle nach örtlicher Betäubung zur Gewebeuntersuchung im Labor.

Beim Orthopäden oder Radiologen

Knochendichtemessung

Bei der Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) wird mit einem speziellen Röntgengerät die Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Oberschenkel ermittelt.

Für wen angeboten? Für ältere Erwachsene, besonders für Frauen nach den Wechseljahren.

Kosten: Circa 40 bis 60 Euro; kostenlos, wenn bereits ein Bruch vorliegt oder begründeter Verdacht auf Osteoporose besteht.

Bewertung: Nach einer Knochendichtemessung mittels DXA und anschließender Therapie traten bei Probanden weniger Knochenbrüche auf. Möglicherweise sinnvoll für Frauen ab 70 und Männer ab 80 Jahren. Liegen Hinweise auf ein Osteoporoserisiko vor (etwa Bruch eines Wirbelkörpers, längere Einnahme von Cortison) auch schon für Frauen um die 60 Jahre.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Eventuell weitere Röntgenaufnahmen zur Abklärung.

Beim Urologen

PSA-Test

Im Blut wird das "prostataspezifische Antigen" bestimmt. Erhöhte Werte dieses Proteins können auf Prostatakrebs hinweisen.

Für wen angeboten? Für Männer ab etwa 45 Jahren.

Kosten: Circa 25 bis 40 Euro.

Bewertung: Liefert viel früher Hinweise auf Krebs als die Tastuntersuchung der Prostata (siehe unten). Es kommt jedoch häufig zu blindem Alarm. So können etwa eine vergrößerte oder entzündete Prostata oder Medikamente wie Finasterid die Ergebnisse verfälschen. Folge: Unnötige Eingriffe und ein beträchtliches Risiko, anschließend inkontinent oder impotent zu sein. Auch jüngste große Studien bekräftigen die Skepsis. Der Test rettet nur sehr wenige Männer vor dem Tod. Viele medizinische Fachgesellschaften raten daher seit langem von einem PSA-Screening ab. Aus diesem Grund wird es in Deutschland auch von den Kassen nicht bezahlt.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Wiederholung des Tests, Ultraschall, Gewebeentnahme aus der Prostata.

Tastuntersuchung der Prostata (digitale rektale Untersuchung, DRU)

Mit dem Zeigefinger betastet der Arzt die Prostata vom Enddarm aus, und zwar erst nach einem eventuellen PSA-Test, um dessen Ergebnis nicht zu verfälschen.

Für wen angeboten? Für Männer ab 45 Jahren.

Kosten: Einmal im Jahr kostenlos.

Bewertung: Durch Tasten entdeckt man nur einen geringen Teil aller und allenfalls größere Tumoren oder gutartige Veränderungen. Diese Methode ist als alleinige Untersuchung zur Krebsfrüherkennung wenig geeignet.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Ultraschall, PSA-Test, Biopsie.

Beim Zahnarzt

Zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung

Der Zahnarzt inspiziert Zähne und Zahnfleisch und sucht vor allem nach Karies oder entzündetem Zahnfleisch.

Für wen angeboten? Für alle ab 18 Jahren.

Kosten: Einmal im Halbjahr kostenfrei.

Bewertung: Trotz fehlender wissenschaftlicher Daten empfehlenswert, weil Karies und Entzündungen gestoppt werden können und weil das Risiko unnötiger Behandlungen gering ist.

Was folgt, wenn der Arzt etwas findet? Eventuell Röntgenuntersuchung von Zähnen und Kiefer.

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