Narkose Trugbilder, Wahnvorstellungen, keine Orientierung: Wenn die Narkose schief geht

Trugbilder, Wahnvorstellungen, keine Orientierung – frisch Operierte können nach der Narkose in ein gefährliches Delir rutschen: Die Bewusstseinstrübung resultiert vermutlich aus einer chemischen Fehlreaktion des Gehirns. Hierzulande leidet jeder Fünfte über 70 Jahren nach einer geplanten OP daran
Trugbilder, Wahnvorstellungen, keine Orientierung – frisch Operierte können nach der Narkose in ein gefährliches Delir rutschen: Die Bewusstseinstrübung resultiert vermutlich aus einer chemischen Fehlreaktion des Gehirns. Hierzulande leidet jeder Fünfte über 70 Jahren nach einer geplanten OP daran
© Moment/Getty Images
Wer nach einer OP aufwacht, ist oft desorientiert. Gerade Ältere können aus der Narkose in eine gefährliche Bewusstseinstrübung abrutschen. Spezielle Präventionsprogramme an Kliniken sollen das verhindern.

Einen Tag nach seiner Herzoperation verlor Helmut Lutz völlig die Kontrolle: "Immer wieder sah ich einen Mann vor mir, der gar nicht da war. Ich hatte tiefe Träume, in denen ich unter Wasser war oder mich in einem Spinnennetz befand. Und als mich meine Frau besuchte, flehte ich sie an, die Polizei zu rufen: "Die wollen mich hier umbringen." Nachdem der damals 70-Jährige auf der Intensivstation auch noch zu randalieren begann, wurde er mit Einverständnis der Angehörigen ans Bett fixiert, um sich und andere vor unbedachten Attacken zu schützen. Erst nach vier Tagen ging es Lutz besser. Er konnte die Intensivstation verlassen und kurze Zeit darauf auch die Klinik.

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