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Plakatkampagne Berlin wirbt mit Stinkefinger für die Einhaltung der Corona-Regeln


Welche Möglichkeiten bleiben noch, wenn sich die Hauptstadtbewohner einfach nicht an die Maskenpflicht halten wollen? Der Berliner Senat versucht es mit einer Kampagne, die derzeit auf Twitter diskutiert wird.

Wen es aus einem anderen Bundesland in die Hauptstadt verschlägt, der kann sich zunächst nur wundern. Trotz mindestens einer Ansage pro Station und reichlich schriftlichen Hinweisen, blickt man in den U- und S-Bahnen sowie in Bussen in unverhüllte Gesichter. Mit der Maskenpflicht nehmen es die Berliner offensichtlich nicht so genau: Manche Menschen tragen gar keinen Mund-Nasen-Schutz, andere lassen die Nase munter herausschauen und dritte tragen die Maske unter dem Kinn, vermutlich um sie im Fall einer Kontrolle hochziehen zu können. Denn auch in Berlin gilt seit Juni 2020 ein Bußgeld in Höhe von mindestens 50 Euro für Fahrgäste, die in Bussen und Bahnen gegen die Maskenpflicht verstoßen. 

Doch die Durchsetzung der Schutzmaßnahme gelingt in Berlin besonders schlecht. Nicht nur in den "Öffis" verweigern viele die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahme. In der Stadt mit den meisten Singles und Partys halten sich die Bewohner auch sonst ungern an die Maskenpflicht. Es galt daher wohl, eine neue Form der Ansprache zu finden – jenseits schriftlicher Hinweise und permanenter Durchsagen. Eine Geste, die jeder versteht, soll nun helfen.

Kann dieses Plakat die Berliner bekehren?

Lorenz Maroldt, Journalist und Chefredakteur des Berliner "Tagesspiegels", veröffentlichte das Kampagnenplakat am Montag bei Twitter, wo derzeit das Für und Wider diskutiert wird, eine alte Dame mit erhobenem Mittelfinger zu zeigen, um die Berliner zu erziehen. "Publikumsbeschimpfung" nennt Maroldt das Vorgehen, das wie ein weiterer verzweifelter Versuch des Senats wirkt.

In dem Thread unterhalb des Bildes zeigt sich jedoch, dass nicht jeder Twitter-User die Meinung Maroldts teilt. Im Gegenteil. Der Mehrheit der User gefällt die Kampagne, sie fühlt sich nicht beschimpft. Einige schlagen gar noch härtere Maßnahmen vor, ein User etwa die Strafe in der Höhe "eines halben Monatsgehalts" bei Verweigerung der Maske. Dabei gibt es allerdings ein Problem: Es müssten mehr Kontrollen stattfinden, sowohl im Öffentlichen Nahverkehr als auch in Parks und an anderen Treffpunkten, die den Berlinern die Clubs ersetzen müssen. 


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