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Corona-Pandemie Inzidenz steigt nach drei Tagen Rückgang wieder – RKI fällt Beurteilung der Lage schwer

Mitarbeiter der Pflege behandeln einen Patienten mit Coronainfektion auf der Intensivstation im Universitätsklinikum Essen
Mitarbeiter der Pflege behandeln einen Patienten mit Coronainfektion auf der Intensivstation im Universitätsklinikum Essen (Archivbild)
© DPA
Der Trend nach unten währte nur kurz: Nach drei Rückgängen in Folge ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz wieder gestiegen und liegt nun bei 442,1 pro 100.000 Einwohner. Das RKI meldet derweil Probleme bei der Lagebewertung.

Nach einem leichten Rückgang an den drei Tagen zuvor ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz nun wieder gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 442,1 an. Am Vortag hatte er bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 438,2 (Vormonat: 169,9). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI innerhalb eines Tages 74.352 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 76.414 Ansteckungen.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 5,47 an (Mittwoch: 5,61). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

RKI fällt Beurteilung der Corona-Lage schwer

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Zumindest in einzelnen Regionen kommen Gesundheitsämter und Kliniken demnach mit der Meldung von Fällen nicht mehr hinterher. Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer. Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne "einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein", heißt es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend. Allerdings könnte die Entwicklung "regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein".

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 390 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 357 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.051.560 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 5.023.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 102.568.

mad DPA

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