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Erste Fälle in Deutschland: Eine Grippeimpfung kann helfen: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus

Vor einigen Tagen waren schon die ersten Fälle in Frankreich festgestellt worden, jetzt gibt es auch Patienten in Deutschland: Das neue Coronavirus hat Europa erreicht. Experten raten zur Ruhe – und eventuell zur Grippeschutzimpfung.

Jens Spahn zum Coronavirus: "Anlass für übertriebene Sorge besteht nicht"

In Deutschland gibt es die ersten Fälle des Coronavirus. Die bayerischen Gesundheitsbehörden bestätigten am Dienstag die vier ersten Patienten in der Bundesrepublik. Weil sie allesamt Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto aus dem oberbayerischen Gauting sind, schließt die Firma ihre Zentrale im Ortsteil Stockdorf zum Schutz der Belegschaft vorübergehend bis Sonntag. Dort arbeiten insgesamt rund tausend Menschen.

Grund zur Panik besteht deswegen aber nicht, sagt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie und des Westdeutschen Zentrums für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. "Dass wir einzelne Fälle in Deutschland haben, war zu erwarten. Insofern ist es sinnlos, sich deswegen Sorgen zu machen." Auch Gesundheitsminister Jens Spahn betont: "Anlass für übertriebene Sorge besteht nicht."

Und doch gibt es vereinzelt Unsicherheit – bin ich gefährdet, muss ich mich schützen?

Coronavirus – die wichtigsten Fragen und Antworten 

Wie gefährlich ist das Virus?

Das Coronavirus kann sich offenbar in den unteren Atemwegen festsetzen und so eine Lungenentzündung auslösen. Viele medizinische Fakten sind allerdings noch unklar – die Infektionsrate etwa, auch die Aggressivität.

Letztere scheint aber geringer als etwa bei der Sars-Epidemie 2002/2003. "Wir reden von einem Fall in Deutschland, der schnell erkannt worden ist", sagt Witzke. Das stehe in keinem Verhältnis zur gerade grassierenden Grippe. "An der sterben jedes Jahr alleine in Deutschland etwa 20.000 Menschen." In der vergangenen Woche seien laut eines Berichts des Robert-Koch-Instituts (RKI) etwa 7000 Menschen nachweislich an der Grippe erkrankt, in der Woche zuvor waren es rund 4400.

Steht uns in Deutschland ein größerer Ausbruch des Virus bevor?

Das ist bis jetzt nicht seriös zu beantworten. Entscheidend dafür wird sein, in welchem Maßstab sich das Virus von Mensch zu Mensch überträgt – oder ob es nur punktuell bei Reisenden auftritt, die sich in China angesteckt haben. Einzelne Fälle sind jedenfalls weder überraschend noch bedeuten sie eine größere Gefahr für die Bevölkerung. Allerdings könne sich diese Einschätzung nach Angaben des RKI aufgrund neuer Erkenntnisse jederzeit schnell ändern.

Muss ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Nein – und ja. Denn auch wenn in Deutschland kein Anlass besteht, Angst vor dem Coronavirus zu haben, ist es trotzdem sinnvoll, sich vor ansteckenden Krankheiten zu schützen – gerade angesichts der aktuellen Grippewelle. Witzke rät deshalb auch zu einer Grippeschutzimpfung. Das schütze nicht nur vor einer Grippe. Damit kann es auch nicht zur Verwechslung mit der Lungenkrankheit kommen.

Wie schütze ich mich am besten?

Das beste Mittel gegen ansteckende Atemwegskrankheiten – ob Grippe, Coronavirus oder Erkältung - ist Hygiene. Viel Händewaschen also, wenig Händeschütteln, und Vorsicht beim Niesen und Husten. "Wenn man es nicht unterdrücken kann, sollte man in den eigenen Ärmel oder die Armbeuge niesen, um die Umgebung zu schützen", sagt Witze. Eine Atemmaske sei keine geeignete Schutzmaßnahme für nicht Infizierte. "Da jetzt loszurennen und die zu kaufen wäre eine sinnlose Panikreaktion."

Wo finde ich weitere Infos?

Das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben Webseiten mit Antworten auf die wichtigsten Fragen veröffentlicht. Für telefonische Nachfragen hat die Krankenkasse Barmer eine kostenlose Hotline (0800 84 84 111) eingerichtet, die rund um die Uhr Fragen aller Bundesbürger beantworten soll – nicht nur die der eigenen Kunden.

Wann muss ich zum Arzt?

Wichtig zu wissen: Ein Schnupfen ist kein Alarmzeichen für eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus. Typische Symptome sind eher trockener Husten, Fieber, Abgeschlagenheit, auch Atemnot. Klar ist außerdem: Wer krank ist, sollte zum Arzt gehen.

Übertreiben sollte man es aber nicht. "In Situationen wie dieser besteht die Gefahr, dass Menschen, die gar nichts haben, plötzlich in der Notaufnahme stehen", sagt Witzke. Das gefährde das System der Notfallversorgung. "Wenn man sich aus irgendwelchen Gründen Sorgen macht, ob man mit dem Coronavirus infiziert ist, ist die Notaufnahme nicht die richtige Anlaufstelle – sondern das Gesundheitsamt vor Ort."


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tim mit DPA

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