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Grippe-Pandemie: Was passiert, wenn Millionen Deutsche krank sind?

Wenn sich das Schweinegrippe-Virus weltweit ausbreitet, könnte jeder Dritte erkranken. Wie wirkt es sich auf das Leben jedes Einzelnen aus, Millionen Menschen gleichzeitig eine Grippe auskurieren?

Von Nina Bublitz

Weltweit sind aktuell mehr als 55.000 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt

Weltweit sind aktuell mehr als 55.000 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt

Rund 25 Millionen Menschen erkranken innerhalb von acht Wochen an der Grippe, 13 Millionen gehen deswegen zum Arzt, 370.000 müssen in eine Klinik. Mehr als 100.000 sterben. Falls eine Grippewelle von solcher Wucht über Deutschland rollt, wirkt sich das auf das Leben jedes Einzelnen aus, egal ob krank oder gesund.

Viele Schulen schließen, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet. Bahnen und Busse fallen aus, weil Fahrer krank sind. In Supermärkten leeren sich die Regale, wenn die Logistik nicht mehr nachkommt oder zu wenig Personal da ist, um alles einzuräumen. In sämtlichen Unternehmen fehlen Mitarbeiter, ob Fluglotsen, Friseure oder Sicherheitspersonal im Kernkraftwerk. Denn es fallen nicht nur die Kranken aus, sondern auch die, die zuhause jemanden pflegen oder ihre Kinder betreuen.

Die Zahlen - 370.000 mehr Patienten in Krankenhäusern, über 100.000 Tote stammen aus dem Nationalen Pandemieplan, wo sie als "moderates Szenario" verbucht werden. Das beruht auf der Annahme, dass sich 30 Prozent der Bevölkerung in rund zwei Monaten anstecken; auch eine Berechnung mit 15 Prozent, sowie 50 Prozent Infizierten existiert.

Mit so einer Grippewelle müssen wir möglicherweise in diesem Jahr rechnen. Experten vermuten, dass das Virus H1N1 eine Pandemie auslösen könnte. "Die Fallzahlen verdoppeln sich wöchentlich. Hält dieser Trend an, könnten Ende August bis zu 100.000 Menschen pro Tag daran erkranken", sagte Englands Gesundheitsminister Andy Burnham gestern zur Lage in Großbritannien. Ohne Impfung könne sich jeder Zweite infizieren, meint Frankreichs Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot laut "Le Parisien".

Immerhin: Bislang verlaufen die Grippe-Infektionen meist mild, viele Patienten sind nach einer Woche wieder auf den Beinen, müssen weder zum Arzt noch ins Krankenhaus. "Wir haben gute Gründe anzunehmen, dass diese Pandemie von moderater Gefährlichkeit", sagte WHO-Direktorin Margaret Chan auf einer Konferenz in Mexiko. Sie warnte vor einem panischen, aber auch vor einem zu arglosen Umgang mit der Krankheit. "Wichtig bleibt die Wachsamkeit", sagte sie.

Schulen, Fußballspiele und der öffentliche Nahverkehr

Deutschland ist auf eine Pandemie vorbereitet, nicht erst, seit H1N1 aufgetaucht ist, sondern schon länger. Denn dass früher oder später die nächste Grippepandemie kommt, ist klar (siehe Kasten). Neben dem Nationalen Pandemieplan existieren Pläne der Länder und Kommunen. Dass die Behörden bei einer massiven Verbreitung des Erregers Massenveranstaltungen untersagen können, steht etwa im Bayerischen Influenzapandemie-Rahmenplan. Da wäre die Bundesliga-Pause ebenso drin, wie ein Münchner September ohne Oktoberfest. Ebenso bleiben eventuell Kindergärten und Schulen geschlossen. Dass in den Städten gar keine Busse und Bahnen mehr fahren, um die Ansteckungsgefahr zu vermindern, ist dagegen extrem unwahrscheinlich - schließlich würde dadurch das gesamte öffentliche Leben brach liegen, heißt es im Plan.

Auch viele Krankenhäuser planen schon, wie sie den Ansturm während einer Pandemie bewältigen. Eine Maßnahme: Wer einen OP-Termin hat, wird sich im Pandemiefall wohl gedulden müssen. Denn Eingriffe, die noch warten können, werden die Ärzte verschieben. So halten sie mehr Kapazitäten für die Grippekranken frei.

Parkplätze für Krankenschwestern

Aber was passiert, wenn zu viele Ärzte, Schwestern und Pfleger krank werden? Um das zu vermeiden, empfehlen Krankenhäuser wie die Uniklinik Köln ihren Mitarbeitern, dass sie - wenn möglich - mit dem Auto statt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren. Für die zusätzlichen Wagen werden Parkflächen in Kliniknähe frei geräumt. Und: "Ausreichend Atemschutzmasken sind wichtig, besonders für das Personal. Die muss man auch bevorraten. Wenn die Pandemie erst da ist, werden sie garantiert knapp", sagt Felix Kolibay, der sich an der Kölner Uniklinik mit der Notfallplanung beschäftigt.

Einen noch größeren Ansturm werden die Arztpraxen erleben. Die sollten - laut dem Hessischen Pandemieplan - Sondersprechstunden für Grippekranke einrichten. Oder, so weit wie möglich, Hausbesuche machen.

Übung für den Ernstfall

Schon 2007 übten Behörden, Hilfsorganisationen und Unternehmen den Pandemie-Fall. "Lükex" nannte sich das - "Länderübergreifendes Krisenmanagement Exercise". Neben Vertretern von Ministerien, Bundesländern und Behörden nahmen Unternehmen, Hilfsorganisationen und Verbände teil. Durch das Durchspielen von Krisenszenarien probten die Krisenstäbe, wie sie die zu erwartenden Probleme bewältigen, wo die Zusammenarbeit hakt und wie sich diese verbessern lässt.

"Im Übungsfall zeigte sich, dass Schlüsselpersonal wie Berufskraftfahrer in unterschiedlichen Bereichen, so auch bei der mitübenden Bundesbank, nur in begrenzter Anzahl vorhanden sind", sagt eine Sprecherin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Ob unter diesen Umständen jeder Geldautomat wie sonst auch mit Scheinen gefüllt ist, ist fraglich. Laut Lükex-Auswertungsbericht "werden Unterbrechungen der Logistikkette und mögliche IT-Störungen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erheblichen Engpässen in der flächendeckenden Versorgung mit Bargeld führen". Der bargeldlose Geldverkehr könne das nicht kompensieren. "Dies führt beispielsweise im Bereich der Grundversorgung der Bevölkerung zu erheblichen Beeinträchtigungen. Die Auswirkungen für alle gesellschaftlichen Bereiche müssen weiter untersucht und Lösungsmöglichkeiten analysiert werden", heißt es Bericht.

Dass sie dabei eine Lösung finden, durch die wie von Zauberhand alles glatt läuft, ist jedoch nicht zu erwarten. Der Nationale Pandemieplan bringt das im besten Behördendeutsch auf den Punkt: "Eine Influenzapandemie ist allerdings - wie andere Großschadenslagen auch - ein Schadensereignis, das (…) durch eine Überforderung der initial zu seiner Bewältigung verfügbaren Infrastruktur gekennzeichnet ist." Was nichts anders heißt als: Wir müssen im Falle einer Pandemie mit überfüllten Arztpraxen rechnen. Und mit leeren Geldautomaten.

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