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Fieber, Husten, Muskelschmerzen Wie Sie eine Grippe wieder loswerden, wenn es Sie erwischt hat

Frau mit Grippe
Wer plötzlich mit Fieber und Kopf- und Muskelschmerzen flach liegt, hat sich wahrscheinlich eine Grippe eingefangen.
© Maurizio Gambarini / DPA
In diesem Jahr ist die Grippewelle deutlich früher gestartet als normal. Doch was sollten Erkrankte beachten, wenn sie sich mit Influenzaviren infiziert haben?

Überall schnupft und hustet es derzeit. Die Grippewelle ist in diesem Jahr ungewöhnlich früh gestartet. Wer sich mit Influenza infiziert, wird sehr plötzlich krank und leidet meist unter Fieber, trockenem Husten und Kopfschmerzen. Was es zu beachten gilt, um die Viren schnell wieder loszuwerden.

Woran lässt sich eine Grippe erkennen?

Die Grippe zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sehr plötzlich ein Krankheitsgefühl einsetzt. Bereits nach ein bis zwei Tagen nach einer Ansteckung mit den Influenzaviren treten erste Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auf, informiert das Robert Koch-Institut (RKI). Etwas später setzt häufig ein trockener Reizhusten ein. Auch treten Glieder- und Rückenschmerzen und Halsschmerzen auf. Diese typischen Symptome hat etwa ein Drittel der Erkrankten, ein Drittel hat mildere Symptome wie bei einer Erkältung und ein Drittel entwickelt gar keine Symptome.

Die Schwere der Krankheit kann sehr unterschiedlich ausfallen. Eine häufige Komplikation der Grippe ist eine Lungenentzündung. Bei Kindern kann sich auch eine Mittelohrentzündung entwickeln. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Entzündung des Gehirns oder des Herzmuskels kommen.

Wie lange dauert es, Influenza auszukurieren?

Bei einem unkomplizierten Verlauf gehen die Beschwerden innerhalb von fünf bis sieben Tagen zurück. Vor allem der Husten kann hartnäckig sein und zwei bis drei Wochen anhalten. Einige Erkrankte fühlen sich auch noch länger schlapp. Doch die Krankheitsdauer ist individuell und es kann einige Zeit dauern, bis sich der Körper von der Viruserkrankung erholt hat.

Was sollten Erkrankte beachten?

Wichtig ist vor allem, sich Ruhe zu gönnen. Der Körper braucht seine Kraft, um das Virus bekämpfen zu können. Heißt also: Zuhause bleiben und das Bett hüten. Laut RKI sind Erkrankte im Schnitt rund eine Woche ansteckend – sie sollten in dieser Zeit Kontakt zu anderen Menschen meiden. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt erst wieder rauszugehen, wenn man 24 Stunden fieberfrei ist. Ausnahmen sind natürlich der Gang zur Hausarztpraxis, wenn nötig. Wer rausgeht, sollte dabei eine Maske tragen, um andere Menschen zu schützen.

Auf anstrengende Tätigkeiten, Sport oder Rauchen sollten Erkrankte verzichten. Wichtig ist es auch, im Krankenzimmer regelmäßig zu lüften und für frische Luft zu sorgen. Sie ist gut für das Immunsystem und sorgt dafür, dass die Zahl der potenziell ansteckenden Tröpfchen in der Luft geringer wird. Die Einnahme von Medikamenten ist bei einer Grippe nicht nötig. Sie können aber helfen, um die Beschwerden zu lindern. Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Paracetamol oder Ibuprofen können eingesetzt werden, um das Fieber zu lindern und Schmerzen zu verringern. Inhalieren kann die Nase befreien und gurgeln mit einer Salzwasserlösung oder Salbeitee die Halsschmerzen lindern. Benutzte Taschentücher sollten direkt entsorgt werden und nicht in der Wohnung rumfliegen – sie können sonst zu Virenschleudern werden. Auch auf die Handyhygiene gilt es zu achten.

Das RKI empfiehlt, regelmäßig die Temperatur zu messen, um beobachten zu können, ob sich die Krankheit verschlechtert.

Wann ist ein Besuch beim Arzt oder der Ärztin ratsam?

Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf, also ältere Menschen über 60 Jahren, Schwangere und immungeschwächte Personen sollten sich sofort an ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin wenden. Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, dass antivirale Medikamente eingesetzt werden. Doch diese müssen innerhalb der ersten beiden Erkrankungstage verabreicht werden, um einen schweren Verlauf verhindern zu können. Erkrankte sollten vor dem Besuch der Arztpraxis das Team über den Atemwegsinfekt informieren – so kann dort eine Ansteckung von anderen Patient:innen vermieden werden. Auch wer nicht zu einer Risikogruppe gehört, sollte bei gewissen Symptomen einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Bei diesen Warnsignalen sollten Sie laut der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC die Symptome ärztlich abklären lassen:

  • Erschwertes, schnelles Atmen oder Luftnot
  • Atemabhängige Schmerzen oder Engegefühl im Bereich der Brust oder des Bauchs
  • Anhaltender Schwindel, Verwirrung, der oder die Erkrankte lässt sich nur schwer aufwecken
  • Krampfanfälle
  • Fehlende Urinabgabe über mehrere Stunden hinweg
  • Starke Muskelschmerzen
  • Gefühle der Schwäche oder Unruhe
  • Verschlimmerung von chronischen Krankheiten
  • Wenn Symptome wieder aufflammen, die schon besser geworden sind

Wie sollten sich Erkrankte nach der akuten Phase der Grippe verhalten?

Nach einer Infektion sollte man es langsam angehen lassen, riet Dr. Heinz-Wilhelm Esser im Gespräch mit dem stern. Denn: Ob Covid-19 oder die Grippe – nach einer Virusinfektion braucht der Körper auch nach Abklingen der Symptome noch etwas Zeit, um sich völlig zu erholen. Es sollte aber Tag für Tag wieder bergauf gehen. Auch mit Sport sollte nicht direkt nach der Erkrankung wieder losgelegt werden: "Die grobe Faustregel ist sieben bis zehn Tage Pause nach dem völligen Abklingen der Symptome", sagte der Mediziner.

Wie kann man sich vor einer (erneuten) Ansteckung schützen?

Influenza wird über Tröpfchen übertragen, die beim Husten oder Niesen von Erkrankten abgegeben werden können. Doch auch an Türklinken, der Haltestange im Bus oder Geländern können die Viren haften bleiben und über unsere Hände weitergereicht werden.

Daher ist gründliches Händewaschen wichtig, um sich zu schützen. Wer zum Beispiel gerade in der U-Bahn die Haltegriffe angefasst hat, sollte sich zuerst die Hände waschen, bevor er sich ins Auge, an den Mund oder die Nase fasst. Das Tragen einer Maske schützt vor einer Ansteckung.

Der beste Schutz vor einer schweren Grippeerkrankung ist die Grippeimpfung. Die Ständige Impfkommission rät allen Menschen ab 60 Jahren zu einer Impfung. Auch für Schwangere und immungeschwächten Menschen wird eine Impfung empfohlen. Der Chefvirologe der Universitätsmedizin Essen riet im Gespräch mit dem stern auch jungen Menschen in diesem Jahr über eine Grippeimpfung nachzudenken.

Quellen:RKI,CDC, BzGA

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