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Hintergrund Schlaganfall: Infarkt im Hirn

Ein Schlaganfall liegt vor, wenn eine Hirnarterie verstopft, oder wenn sie platzt und eine Hirnblutung entsteht. 25 Prozent aller Hirnblutungen enden tödlich.

Ein Schlaganfall geschieht, wenn die Blut- und Sauerstoffversorgung einer Hirnregion nicht mehr ausreicht. Das kann der Fall sein, wenn eine Hirnarterie verstopft ist (durch einen Propf oder aufgrund von Arterienverkalkung) und nicht mehr genügend Blut das betroffene Nervengewebe erreicht. Oder wenn eines der feinen Blutgefäße im Hirn platzt, weil die Gefäßwände vorgeschädigt waren (beispielsweise durch Arterienverkalkung). Dann ist eine Hirnblutung Ursache des Schlaganfalls.

Platzt bei einer Hirnblutung eine der feinen Hirnarterien, dringt Blut unter hohem Druck in das umliegende Nervengewebe aus und zerstört es. Darüber hinaus steigt der gesamte Hirndruck an, weil das Gehirn in einem abgeschlossenen Flüssigkeitsraum innerhalb des Schädels liegt. Dies führt nicht selten auch noch zu Schädigungen von Hirnarealen, die nicht unmittelbar von der Blutung betroffen sind. 25 Prozent aller Hirnblutungen enden tödlich.

Bei einem Schlaganfall ist prinzipiell rasches Handeln notwendig, da die empfindlichen Nervenzellen schnell absterben, wenn sie zu wenig Sauerstoff bekommen. Entscheidend ist die schnelle Differenzierung, ob ein Arterienverschluss oder eine Hirnblutung Ursache des Schlaganfalls war, denn davon hängt die Art der Akutbehandlung ab. Bei einem Arterienverschluss geht es darum, die Arterie so schnell wie möglich wieder frei zu bekommen. Zum Beispiel durch Gabe von blutverdünnenden und/oder gerinnungshemmenden Mitteln, die einen Propf auflösen können. Diese Maßnahmen bringen jedoch nur Erfolg, wenn sie bis höchstens sechs Stunden nach dem Schlaganfall erfolgen. War aber eine Hirnblutung Ursache des Schlaganfalls, wäre die Behandlung mit Gerinnungshemmern verheerend, da sie die Blutung noch verstärken würden. Hier muss alles daran gesetzt werden, die Blutung zu stoppen und das gefährliche Ansteigen des Hirndrucks zu verhindern.

Die Folgen eines Schlaganfalls können sehr unterschiedlich sein - entscheidend ist, welche Region im Hirn geschädigt ist und natürlich auch wie stark. Oft treten nach einem Schlaganfall Lähmungen von Körperteilen auf oder der Patient hat motorische Störungen. Diese sind meistens auf die Körperhälfte beschränkt, welche der Hirnseite des Schlaganfalls gegenüber liegt. Schwerere Schlaganfälle können sogar die Lähmung einer ganzen Körperseite nach sich ziehen. Bei vielen Schlaganfall-Patienten treten auch Sprachstörungen auf.

Erfolgte der Schlaganfall in einer Region des Gehirns, die lebenswichtige Funktionen des Körpers kontrolliert, zum Beispiel die Atmung, kann ein Schlaganfall tödlich sein oder zum Koma führen.

Jens Lubbadeh

Wissenscommunity