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Welt-Aids-Tag: Die fünf häufigsten Irrtümer über HIV und Aids

HIV und Aids sind dank wirksamer Medikamente gut behandelbar – doch viele Menschen hegen gegenüber der Krankheit noch immer Vorurteile. Die 5 häufigsten Irrtümer zum Welt-Aids-Tag.

Eine Frau hält die rote Aids-Schleife in Händen

HIV und Aids: Die rote Schleife dient als Symbol der Krankheit

HIV-positiv – für viele Menschen kommt diese Diagnose einem Schock gleich. Jährlich infizieren sich schätzungsweise rund 3200 Menschen in Deutschland mit dem sogenannten Humanen Immundefizienz-Virus (HIV). Verglichen mit anderen Ländern ist das eine vergleichsweise geringe Zahl – doch sie zeigt auch: In Sachen Prophylaxe kann nicht genug unternommen werden, um eine Ausbreitung des Virus noch effektiver zu verhindern.

Auch heute noch – knapp 30 Jahre nach Entdeckung des HI-Virus – haftet der Krankheit ein Stigma an, das es Betroffenen erschwert, mit HIV zu leben. Angst, Verheimlichung und Ausgrenzung können die Folgen sein. Zum heutigen Welt-Aids-Tag klären wir über die häufigsten Irrtümer auf.

1. HIV und Aids ist dasselbe

Die Begriffe werden häufig synonym verwendet, was streng genommen falsch ist. Das Kürzel HIV steht für das Humane Immundefizienz-Virus. HIV-positive Menschen tragen das Virus in sich. Es schädigt das körpereigene Immunsystem, sodass es sich schließlich nicht mehr gegen Krankheitserreger zur Wehr setzen kann. Aids ist das Endstadium einer Infektion mit HIV und kann mit schweren Krankheiten einhergehen, etwa Lungenentzündungen. Die Krankheit Aids ist daher lebensbedrohlich. Dank moderner Therapien können HIV-Patienten heute lange Zeit mit dem Erreger leben, ohne an Aids zu erkranken. 

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2. Eine HIV-Diagnose kommt einem Todesurteil gleich

Die Diagnose HIV ist längst kein Todesurteil mehr: Dank wirksamer Medikamente kann das Virus in Schach gehalten werden, oft sogar so gut, dass die Erreger im Blut nicht mehr nachweisbar sind. Die voraussichtliche Lebenserwartung von HIV-Patienten ist heute kaum geringer als die gesunder Menschen.

Geheilt sind die Patienten damit aber nicht. Denn wahr ist auch: Trotz der erheblichen Fortschritte, die die Medizin in den letzten Jahren gemacht hat, ist weder eine Schutzimpfung noch ein Heilmittel gegen HIV in Sicht. Außerdem können HIV-Medikamente in seltenen Fällen Nebenwirkungen hervorrufen.

3. Es ist gefährlich, mit einem HIV-Patienten unter einem Dach zu leben

Nach Angabe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gilt das HI-Virus im Vergleich zu anderen Krankheitserregern als "schwer übertragbar". Bei alltäglichen sozialen Kontakten besteht keine Ansteckungsgefahr. Dazu zählen: Küssen, Streicheln, Umarmen oder das gemeinsame Benutzen von Trinkbechern und Toiletten. Auch durch Husten, Nießen oder Händeschütteln ist eine Übertragung ausgeschlossen. Niemand steckt sich mit HIV an, nur weil er mit einem Patienten eine Wohnung teilt oder auf engem Raum zusammenlebt!

Zu den Hauptübertragungswegen des Virus zählt Sex ohne Kondom, das gemeinsame Benutzen von Spritzen beim Drogenkonsum oder verunreinigte Blutpräparate. Auch bei der Geburt kann das Virus von der Mutter auf das Kind übertragen werden.

4. HIV betrifft nur Schwule

Falsch! Zwar stimmt es, dass Männer, die Sex mit Männern haben, zu den Hauptrisikogruppen einer HIV-Infektion zählen. Jedoch wird das Virus durch alle Arten von ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen – und dazu zählen Anal-, Vaginal- und in geringerem Maße auch Oralverkehr. HIV und der Schutz vor einer Ansteckung gehen daher jeden etwas an, das gilt für homo- wie heterosexuelle Paare. Der beste Schutz ist nach wie vor das Benutzen von Kondomen.

5. Man sieht Menschen eine HIV-Infektion an

Weit verbreitet ist die Annahme, dass sich eine HIV-Infektion durch Äußerlichkeiten bemerkbar macht. Doch das ist schlichtweg falsch. "Eine HIV-Infektion kann man niemandem ansehen", schreibt dazu die BZgA. "Die Entscheidung für Safer Sex sollte eine grundsätzliche sein, insbesondere dann, wenn Sie den Partner oder die Partnerin kaum kennen und mit ihm oder ihr noch nie über den HIV-Status gesprochen haben."


ikr
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