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Homöopathie: Arzt entfernt Globuli aus dem Ohr einer Vierjährigen

Wirkt Homöopathie oder wirkt sie nicht? Über diese Frage lässt sich leidenschaftlich streiten. Was ein HNO-Arzt im Ohr eines kranken Mädchens fand, hat mit alternativer Heilmethode jedoch nichts mehr zu tun.

Globuli im Gehörgang: Diesen ungewöhnlichen Fund machte ein HNO-Arzt (Symbolbild)

Globuli im Gehörgang: Diesen ungewöhnlichen Fund machte ein HNO-Arzt (Symbolbild)

Ein HNO-Arzt aus dem oberbayrischen Weilheim hat im Ohr einer jungen Patientin einen ungewöhnlichen Fund gemacht: Im Gehörgang eines vierjährigen Mädchens steckten zehn Globuli. Teilweise waren die zuckerhaltigen Perlen bereits zersetzt.

Wegen einer akuten Mittelohrentzündung waren die Eltern mit ihrer Tochter beim Arzt vorstellig geworden. Das Mädchen litt unter Fieber und Ohrenschmerzen. Bei der Untersuchung des Gehörgangs entdeckte der Mediziner schließlich die teilweise aufgelösten Kügelchen und entfernte sie. Globuli sind eine typische Darreichungsform homöopathischer Wirkstoffe.

Wattestäbchen

Eltern schütteten Globuli in den Gehörgang

Im Gespräch mit den Eltern stellte sich heraus, dass die Kugeln das Überbleibsel einer vorhergehenden Behandlung waren. Ein Heilpraktiker hatte den Eltern zu dem Mittel geraten, sie jedoch offenbar nicht über die genaue Anwendung aufgeklärt. Daraufhin hatten die Eltern das Mittel in das Ohr ihrer Tochter geschüttet – es sei ja schließlich "fürs Ohr" gedacht gewesen.

Der Vorfall wurde bekannt, weil der behandelnde HNO-Arzt auf Twitter von dem Vorfall berichtete. "Beim Kind mit einer akuten eitrigen Mittelohrentzündung 10 Globuli aus dem Gehörgang geholt... Homöopathie wirkt: Dummheit potenziert sich", schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst. Der Tweet verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit. Viele Menschen äußerten ihr Unverständnis über die ungewöhnliche Behandlungsmethode. Auch allgemeine Kritik an homöopathischen Behandlungsmethoden wurde laut.


Homöopathische Mittel stehen bereits seit einiger Zeit in der Kritik. Die Gegner der Methode bemängeln, dass bislang keine Studie beweisen konnte, dass sie wirkt. Mögliche Heilerfolge erklären sie durch den Placebo-Effekt. Befürworter dagegen argumentieren, die Methode rege die Selbstheilungskräfte des Körpers an.

Die junge Patientin befindet sich derweil auf dem Weg der Besserung. Sie habe Nasenspray, Schmerzmittel und einen antibiotischen Saft verschrieben bekommen, erklärte ihr behandelnder HNO-Arzt gegenüber dem stern.

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ikr

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