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Facebook-Post Krankenschwester widerlegt mit wenigen Sätzen Argumente von Impfgegnern

Facebook-Post: Krankenschwester widerlegt mit wenigen Sätzen Argumente von Impfgegnern
Sind Impfstoffe sicher? Schützen sie effektiv vor Krankheiten? Und wie steht es um die Nebenwirkungen einer Impfung? Über das Impfen kursieren zahlreiche Mythen, die Patienten verunsichern. Seit Jahren wächst daher die Gemeinde der Impfgegner: Sie lassen sich selbst oder auch ihre Kinder nicht impfen.
In Berlin kam es von Oktober 2014 bis August 2015 zu einem der größten Masernausbrüche seit Einführung der Meldepflicht. Experten vermuten, dass die mangelhafte Durchimpfung den Verlauf des Ausbruches begünstigt haben könnte. Denn Fakt ist: Bei geimpften Personen treten Maserninfektionen nur sehr selten auf. Nach zweimaliger Masernimpfung erreicht die Schutzwirkung annähernd 99 Prozent. Dennoch werden auch immer wieder Fälle von Impfversagen gemeldet, wenn auch selten.
Das Robert-Koch- und das Paul-Ehrlich-Institut haben auf einer Seite die gängigsten Fragen  rund ums Impfen aufgeführt und hinterfragt. Wir stellen die bekanntesten Mythen vor und erklären, was dahinter steckt.
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Immer wieder wehren sich Menschen gegen Impfungen mit dem Argument, es handele sich um eine Verschwörung der Pharma-Industrie. Eine Krankenschwester nimmt diese These in einem eindringlichen Text auseinander.

Impfungen sollen vor Krankheiten schützen – vor allem in der kalten Jahreszeit. Viele Menschen aber sind skeptisch: Sie halten Impfungen nicht nur für wirkungslos, sondern sogar für schädlich. Weit verbreitet ist das Argument, es handele sich lediglich um eine Erfindung der Pharma-Industrie, die damit Geld verdienen wolle. Deshalb lassen viele Eltern ihre Kinder nicht impfen, was zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen kann, die manchmal sogar tödlich enden.

Gegen wissenschaftliche und vernünftige Argumente sind Impfgegner meist immun. Auf Facebook verbreitet sich gerade ein Post, in dem eine Frau dennoch versucht, Skeptiker zu überzeugen. Meggy Doodle ist nach eigenen Angaben Krankenschwester und Mutter. Ihr Text sollte Menschen, die Impfungen ablehnen, zu denken geben: Mit einigen Sätzen nimmt sie die zentrale Argumentationslinie der Impfgegner auseinander.

Facebook-Post: Ohne Pharma-Industrie gibt es keine Medizin

Konkret widmet sich Doodle der These, die großen Pharma-Unternehmen ("Big Pharma") würde mit Impfstoffen lediglich Geld machen und/oder die Menschen vergiften wollen. Wer das glauben wolle, könne das ruhig glauben, schreibt Doodle. Aber: "Dann sollten sie auch nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen und behandelt werden wollen, wenn sie krank werden." Denn die Pharma-Industrie ist schließlich überall. 

Doodle, die aus Kalifornien stammt, weist darauf hin, dass Pharma-Unternehmen zum Beispiel Antibiotika herstellen oder Inhalatoren für Asthma-Kranke. "Du hast einen Herzinfarkt? Dann halte dich an deine Öle und bring deine Angelegenheiten in Ordnung, denn das Einzige, was wir dir anbieten können, sind Medikamente und Verfahren, die von den gleichen Menschen kommen, die auch für die angeblich so bösen Impfungen verantwortlich sind", schreibt Doodle in ihrem eindringlichen Post. "Und wenn du Krebs bekommst, denk nicht mal an Chemotherapie."

Appell an Impfgegner: "Es geht nicht nur um euch"

Wohl kaum ein Impfgegner würde auf diese Errungenschaften der Medizin verzichten wollen, wenn er darauf angewiesen ist. Wären sie konsequent, müssten sie das allerdings tun. "Seid nicht so naiv", fordert Meggy Doodle Impfskeptiker deshalb auf: "Alles hat Risiken und Nebenwirkungen. Medizin ist nicht perfekt." Die Wissenschaft habe aber bewiesen, dass Impfungen im Moment das beste Mittel seien, um nicht an einer eigentlich vermeidbaren Krankheit zu sterben. Sich oder seine Kinder nicht impfen zu lassen, sei "hundertprozentig verrückt".

Schließlich brächten Menschen, die Impfungen verweigern, nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch die Personen drumherum. "Wir sagen euch, dass ihr euch zum Selbstschutz impfen lassen sollt – aber es geht um viel mehr als das. Es geht nicht nur um euch." Auf Facebook wird ihr Appell zumindest gehört: Etwa 21.000 Mal wurde der Text dort schon geteilt. Ob er Impfgegner wirklich zum Umdenken bewegen kann, bleibt fraglich.

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epp

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