Infektionskrankheiten WHO erklärt Vogelgrippe den "Krieg"


In Vietnam ist die Zahl der Geflügelpestfälle bei Menschen alarmierend angestiegen. Nun berät die Weltgesundheitsorganisation über Strategien, um Epidemien zu verhindern.

Der Ausbruch der Vogelgrippe in Asien hat nach Ansicht von Gesundheitsexperten ein kritisches Stadium erreicht. Es könne leicht zu einer Pandemie kommen, wenn sich der Erreger von Mensch zu Mensch verbreite, hieß es zum Auftakt einer UN-Konferenz zur Vogelgrippe am Montag in Malaysia. Notwendig seien Massenimpfungen von Geflügel, um das zurzeit noch unberechenbare Virus in Schach zu halten.

"Wir glauben, dass ein entscheidender Punkt erreicht ist", sagte Shigeru Omi, Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Region des westlichen Pazifiks. "Entweder wir kehren den Trend um, oder die Dinge werden uns aus den Händen gleiten. Wir müssen Krieg gegen dieses Virus führen." Omi verwies auf 63 Fälle bei Menschen in Asien in diesem Jahr, im vergangenen Jahr seien es insgesamt nur 44 gewesen. Von den 64 Infizierten starben nach Omis Angaben 22, 2004 waren es noch 32. Vietnam beschrieb der Wissenschaftler als "chronisch infiziert", während Kambodscha und Indonesien ebenfalls erste Krankheitsfälle bei Menschen gemeldet hätten.

Joseph Domenech von der UN-Landwirtschaftsorganisation erklärte, die Region benötige in den kommenden zwei Jahren rund 83 Millionen Euro für den Kampf gegen die Vogelgrippe. Bisher sei jedoch nur ein Zehntel dieses Betrages aufgebracht worden. Besondere Sorgen bereite den Experten das gefährliche H5N1-Virus. Zurzeit kann es nur von Tieren übertragen werden, doch befürchten Wissenschaftler eine Mutation des Erregers, so dass sich künftig auch Menschen gegenseitig anstecken könnten.

AP AP

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