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Fernseh-Doku "Finding Derek" TV-Moderatorin filmte über Monate schweren Kampf ihres Mannes gegen das Coronavirus

Die britische TV-Moderatorin Kate Garraway mit ihrem Mann Derek Draper
Die britische TV-Moderatorin Kate Garraway bangt seit einem Jahr um ihren Ehemann Derek Draper, der schwer an Covid-19 erkrankt ist (Archivbild)
© Tim Ireland / DPA
Der Mann einer britischen TV-Moderatorin erkrankte vor einem Jahr schwer an Covid-19. Vier Monate lang lag er im künstlichen Koma, mehrfach blieb sein Herz stehen. Den Leidensweg hielt die 53-jährige mit ihrem Handy fest. Heute Abend wird die Doku im britischen TV ausgestrahlt.

Im März 2020 wurde der Ehemann der britischen TV-Moderatorin Kate Garraway mit Covid-19 in ein Krankenhaus eingeliefert. Er klagte über Kopfschmerzen, Atemprobleme und ein Taubheitsgefühl in der rechten Hand. Dass die Krankheit bei dem 53-Jährigen einen solch schweren Verlauf nehmen würde, damit hätten selbst die Ärzte nicht gerechnet. 

Derek Draper erlitt Schäden an der Leber und der Bauchspeicheldrüse, eine bakterielle Lungenentzündung, diverse Infektionen und sein Herz versagte mehrfach. Er wurde in ein künstliches Koma versetzt. Im Juni stellten die Ärzte zwar keine Corona-Viren mehr in seinem Körper fest, doch Draper öffnete erst im Juli erstmals wieder seine Augen. 

Schon damals sagten die Ärzte, dass seine Genesung möglicherweise Jahre dauern könne. Ende September erklärten sie ihn zu dem Patienten, der am längsten mit dem Coronavirus zu kämpfen hat. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits 184 Tage auf der Intensivstation verbracht. 50 Kilogramm hatte der Autor und politische Berater inzwischen verloren. Erst im Oktober war er in der Lage, erstmals zu sprechen. "Schmerz" war das erste Wort, das seine Lippen formten, als er über einen Videoanruf mit seiner Frau telefonieren konnte und dabei in Tränen ausbrach. Er sei zwar wach, jedoch immer noch sehr schwach und extrem erschöpft, wie Kate Garraway in der Sendung "Good Morning Britain" verriet. Eine richtige Unterhaltung sei immer noch nicht möglich, vielmehr sei es ein Austausch von Wörtern.

Kate Garraway filmte Coronavirus-Erkrankung ihres Mannes mit dem Handy

Erst an Weihnachten hätten sie und die beiden Kinder ihn schließlich im Krankenhaus besuchen dürfen. Die elf und 15 Jahre alten Kinder seien "schockiert" gewesen, als sie ihren Vater in diesem Zustand sahen, zitiert die "Daily Mail" die TV-Moderatorin. Seitdem konnte ihn die Familie aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht mehr persönlich besuchen. 

Jeden einzelnen Schritt seiner Erkrankung hat Kate Garraway mit ihrem Handy dokumentiert, der als Dokumentarfilm unter dem Namen "Finding Derek" am Dienstagabend im britischen TV ausgestrahlt wird. Auch über ihre Social-Media-Kanäle und in der Sendung "Good Morning Britain", die sie teilweise moderiert, hält die zweifache Mutter ihre Fans über den Zustand ihres Mannes auf dem Laufenden und auch darüber, wie sie ohne ihren Mann mit den zwei Kindern den Alltag bestreitet.

Kate Garraway: Wollte meine Plattform als Moderatorin nutzen

Zu ihrer Entscheidung, die Dokumentation zu drehen, erklärte sie, dass sie ihre Plattform als Moderatorin nutzen wollte, um denjenigen zu helfen, die am meisten von dem Virus betroffen sind. "Ich wurde von Leuten kontaktiert, die sagten, du sprichst über das, was ich gerade durchmache, und es ist so toll zu hören, dass es nicht nur um Covid geht, sondern auch um andere Situationen, mit denen man langfristig konfrontiert ist und an deren Ende möglicherweise der Verlust des Lebens steht. Ich dachte also, ich habe – im Gegensatz zu ihnen – die Möglichkeit, diese Geschichte zu erzählen." Auch ihr Mann hätte ihrer Meinung nach gewollt, dass seine Geschichte erzählt würde.

Inzwischen, so erzählt sie, habe sie das Erdgeschoss ihres Hauses für Rollstuhlfahrer zugänglich gemacht und freue sich darauf, ihren Mann wieder im Krankenhaus zu besuchen, sobald die Maßnahmen wieder gelockert werden.

Quellen: "Daily Mail", "Good Morning Britain"


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