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Posting auf Facebook Keine Erst-Impfungen mehr: Münchens OB Reiter kritisiert Ende der Priorisierung scharf

Dieter Reiter
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter kritisiert das Ende der Impf-Priorisierung
© Peter Kneffel / DPA
Der Oberbürgermeister der Stadt München kann die Entscheidung zum Ende der Priorisierung nicht nachvollziehen und kritisiert Jens Spahn. Zudem dämpft Dieter Reiter mit seinen Worten die Hoffnung der Menschen auf schnelle Impfungen.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat kein Verständnis für die Entscheidung, in Deutschland Anfang Juni die Impf-Priorisierung aufzuheben. In einer offiziellen Mitteilung, die er unter anderem auf Facebook veröffentlichte, kritisierte er dabei auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: "Das ist in der Theorie erst einmal ein guter Gedanke, um Bürokratie abzubauen und Impfungen so schneller durchzuführen. Aber wieder einmal ist es der dritte Schritt vor dem ersten, den der Bundesgesundheitsminister hier geht."

Reiter weist darauf hin, dass immer noch viel zu viel Impfstoff fehle. Er schreibt: "Das ist nicht die Strategie, die ich mir vorstelle und erfüllt auch nicht das, was uns Kommunen von Monat zu Monat immer wieder aufs Neue zugesagt wurde: Im März, nein im April, nein im Mai, nein jetzt aber wirklich: im Juni soll es endlich ausreichend Impfstoff für alle geben, die sich gegen Corona impfen lassen wollen."

Doch davon sei man noch immer weit entfernt. In München wird das offizielle Impfzentrum in der kommenden Woche kaum mehr Erstimpfungen durchführen dürfen, da sämtlicher Impfstoff für Zweitimpfungen benötigt werde. Die Aussage deckt sich mit einer Pressemitteilung der Stadt Bamberg, die ebenfalls darauf hinweist, keine Erstimpfungen mehr durchführen zu können. Reiter: "Seit Monaten operiert unser Impfzentrum gezwungenermaßen auf Sparflamme."

Die Priogruppe 3 schaut aktuell in die Röhre

In München ist gerade (in der Theorie) die Impfgruppe 3 an der Reihe – doch der Prozess stockt: Bürgerinnen und Bürger, die seit einigen Wochen davon ausgehen, endlich eine Benachrichtigung zu erhalten, dass sie zur Impfung erscheinen dürfen, sitzen noch auf dem Trockenen. Und müssen nun befürchten, bis zum 7. Juni noch nicht geimpft zu sein – wie sie dann, nach Ende der Priorisierung, zum Zug kommen werden, ist noch nicht geklärt.

sw

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