Klonskandal "Science" will Hwangs Beitrag zurückziehen


Das Magazin "Science" zieht die Konsequenzen aus dem Skandal um den Klonforscher Hwang Woo Suk. Zudem wurden neue Vorwürfe gegen Hwang laut.

Das renommierte Wissenschaftsmagazin "Science" hat angekündigt, den Beitrag des südkoreanischen Wissenschaftlers Hwang Woo Suk über dessen Stammzellen-Studie zurückzuziehen. Nach Angaben von "Science" haben inzwischen alle Mitautoren der im Mai veröffentlichten Klonstudie zugestimmt, die Arbeit zu widerrufen.

"Science" will aber noch so lange warten, bis eine Untersuchungskommission der Nationalen Universität in Seoul ihren Abschlussbericht vorgelegt hat. Dies wird für kommende Woche erwartet.

Hwang wehrt sich mit Verschwörungstheorie gegen Vorwürfe

Hwang und seinem Team wird vorgeworfen, die Ergebnisse der Studie zur Herstellung embryonaler Stammzellen gefälscht zu haben. Die Studie hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Die Herstellung von auf den Patienten maßgeschneiderten Stammzellen wäre ein Durchbruch in der Medizin und könnte helfen, zahlreiche bislang unheilbare Krankheiten zu heilen.

Die Kommission hatte bereits erklärt, Hwangs Mannschaft habe keinerlei Nachweise dafür erbringen können, dass sie tatsächlich maßgeschneiderte Stammzellen hergestellt hat. Die von Hwang präsentierten Daten seien zielgerichtet gefälscht worden Hwang hat eine absichtliche Fälschung der Forschungsergebnisse bestritten. In einer Zeitung wurde er mit dem Vorwurf einer Verschwörung zitiert: Jemand habe die Studie manipuliert und dies sei Teil eines detaillierten, langfristigen Planes gewesen.

Eizellspenden unter Zwang?

Nach Berichten des TV-Senders MBC soll Hwang außerdem eine Mitarbeiterin zur Eizellspende für seine Forschung genötigt haben. Des Weiteren habe er wesentlich mehr Eizellen für seine Stammzellen-Forschung verwendet, als er bisher behauptete.

Eine Mitarbeiterin Hwangs sagte dem Sender, sie habe sich gezwungen gefühlt, einem schmerzhaften Eingriff zuzustimmen, um Eizellen zu spenden. Ansonsten werde ihr Name nicht unter einer im Jahr 2004 veröffentlichten Forschungsstudie über geklonte Stammzellen erscheinen, habe Hwang gesagt. In einer dem Sender vorliegenden E-Mail wurde sie mit den Worten zitiert: "Ich hoffe, ich kann mir selbst vergeben, dass ich mich dem Professor nicht widersetzt habe."

Hwang war bereits im November wegen Kritik an der Beschaffung von umstrittenen Eizellspenden von allen öffentlichen Ämtern zurückgetreten. Er hatte zwar zugegeben, entgegen internationalen Ethikstandards Eizellen von Mitarbeiterinnen für seine Forschung genutzt und darüber gelogen zu haben. Die Spenden seien jedoch freiwillig und zunächst ohne sein Wissen erfolgt.

Nach den Recherchen von MBC nutzte Hwang für seine Forschungsarbeiten 2004 und 2005 statt wie behauptet 427 insgesamt etwa 1600 und somit fast vier Mal so viele Eizellen.

Infografik

DPA/Reuters DPA Reuters

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