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Streit um künstliche Befruchtung Unverheiratete Paare sollen weiterhin selbst zahlen


Bleiben Paare kinderlos, erhalten Verheiratete Geld für eine künstliche Befruchtung. Unverheiratete gehen leer aus. Die Union rechtfertigt das - und beruft sich dabei auf das Kindeswohl.

Wenn Paare auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können, erhalten sie einen staatlichen Zuschuss zu den Kosten einer künstlichen Befruchtung - vorausgesetzt, die Partner sind verheiratet. Die Krankenkassen übernehmen in ihrem Fall die Hälfte der Kosten für die ersten drei Versuche einer künstlichen Befruchtung. Unverheiratete Paare dagegen gehen leer aus, sie tragen die Kosten der Behandlung allein.

Die Bundestagsfraktion der Union will an dieser Richtlinie weiter festhalten. Die Union spreche sich schon deshalb gegen eine Ausweitung der finanziellen Bezuschussung auf unverheiratete Paare aus, weil es "aus dem Blickwinkel des Kindes am besten ist, in einer möglichst stabilen Beziehung aufzuwachsen", sagte der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Marcus Weinberg (CDU), der "Welt" vom Donnerstag. "Der gesetzliche Anspruch auf Bezahlung einer künstlichen Befruchtung ist daher zu Recht auf miteinander verheiratete Paare begrenzt."

Schwesig prüft Vorstoß

Anlass der Diskussion ist der Plan von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), künftig auch unverheirateten Paaren staatliche Zuschüsse für eine künstliche Befruchtung zu gewähren. In Schwesigs Ministerium wird derzeit geprüft, die bestehende Richtlinie zur künstlichen Befruchtung auf unverheiratete Paare auszuweiten.

"Ich finde es ungerecht, dass Paare, die sich Kinder wünschen, für eine notwendige medizinische Behandlung selbst bezahlen müssen", sagte Schwesig der "Welt". "Auf der einen Seite wird immer wieder gesagt, es werden zu wenige Kinder geboren - aber auf der anderen Seite wird Paaren, die sich Kinder wünschen, die Unterstützung verwehrt."

ikr/AFP/dpa

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