Unverheiratete Paare sollen künftig nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig einen Zuschuss für eine künstliche Befruchtung erhalten können. Wie Schwesig (SPD) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte, ändert sie mit sofortiger Wirkung eine entsprechende Richtlinie. "Es ist nicht mehr zeitgemäß, unverheiratete Paare mit unerfülltem Kinderwunsch weniger zu unterstützen und anders zu behandeln als Verheiratete", erklärte sie. Der Kinderwunsch dürfe nicht am Geld scheitern.
Voraussetzung sei genau wie bei Ehepaaren, dass auch das jeweilige Bundesland Geld zuschießt. Hierfür gebe es sehr positive Signale aus den bereits am Bundesförderprogramm beteiligten Ländern Berlin, Niedersachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. In Sachsen-Anhalt werden aus Landesgeldern schon jetzt auch Unverheiratete gefördert.
Geld gab es bislang nur für verheiratete Paare
In der Regel müssen Paare ohne Trauschein dem Bericht zufolge bislang die Gesamtkosten einer Kinderwunschbehandlung selbst tragen. Bei Verheirateten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen mindestens 50 Prozent der Kosten für die ersten drei Behandlungen, hinzu kommt die staatliche Förderung: Paare, die in einem der sechs Bundesländer leben, bekommen Zuschüsse von bis zu 50 Prozent des verbliebenen Eigenanteils.
Schwesig hatte sich bereits mehrfach für die nun umgesetzte Änderung ausgesprochen, war aber teilweise auf Kritik des Koalitionspartners Union gestoßen.