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Sie wollte anderes Leben retten Mutter bringt todkrankes Baby zur Welt, um Organe zu spenden

In den USA hat eine Mutter eine schmerzhafte Entscheidung getroffen
Eine Mutter in den USA traf eine schmerzhafte Entscheidung
© iStockphoto
Abbey Ahern ist in der 19. Woche schwanger, als sie eine niederschmetternde Diagnose erhält. Ihr Kind hat keine Überlebenschance. Trotzdem will sie es zur Welt bringen - um anderen das Leben zu retten.

Wie viel Kraft muss man aufbringen und wie viel Schmerz ertragen, um eine solche Entscheidung zu treffen? In den USA hat eine Frau ihr todkrankes Baby auf die Welt gebracht, damit sie seine Organe spenden kann. Auf dem Online-Portal "Good Housekeeping" erzählt sie ihre bewegende Geschichte. 

Abbey Ahern aus Cashion, Oklahoma, ist in der 19. Woche schwanger, als sie erfährt, dass ihre Tochter an Anenzephalie (Fehlbildung des Gehirns) leidet und das Baby nach seiner Geburt nicht mehr als nur ein paar Stunden zu leben hat. Die Mutter zweier Töchter erwägt zwar kurzzeitig eine Abtreibung, entschließt sich jedoch trotzdem, das Kind zur Welt zu bringen. "Eines der schwierigsten Dinge, die ich je gemacht habe", schreibt die 34-Jährige. "Wir hofften von Beginn an, sie lebend per Kaiserschnitt zur Welt bringen zu können. Wir wollten wenigstens noch einige schöne Erinnerungen an unser Mädchen."

Fragen nach ihrer Schwangerschaft seien eine Qual für sie gewesen. Dennoch habe sie versucht so zu antworten, als sei alles in Ordnung. "Niemand hat versucht, unsere Meinung zu ändern, aber Freunde und Familie fragten immer wieder: 'Bist du sicher, dass du das willst?'".

Abbey und ihr Ehemann wollen. Und sie wollen mit den Organen ihres Babys anderen das Leben retten. "Sie schien der perfekte Spender. Abgesehen von ihrem Gehirn war sie kerngesund". 

Am 26. Juni 2013 wird Tochter Annie geboren. "Sie hat kaum geschrien", erzählt Abbey. "Ich erinnere mich, wie ich ihre Hand hielt und mein Gesicht gegen ihres presste. Ich konnte sie gar nicht genug küssen. Wir wussten nicht, wie lange Annie leben würde, aber wir wussten, dass unsere Zeit kurz sein wird." 14 Stunden und 58 Minuten später ist Annie tot. 

Trotz des schweren Schicksals dankbar für das Baby

Dennoch ist sie dankbar für jede Minute: "Wenn sie schon sterben musste, dann bin ich froh, dass es in meinen Armen passierte. Ihr ganzes Leben war umgeben von Liebe, Freude und Frieden. Da gab es kein Leid, auch nicht, als sie starb."

Aufgrund von Sauerstoffmangel können zu Abbeys Bedauern nur Annies Herzklappen gespendet werden. Ihre restlichen Organe werden für weitere Untersuchungen verwendet. Annie ist damit das erste Organspender-Baby von Oklahoma. "Dieser Prozess hatte eine unglaublich heilende Wirkung auf mich. Zu wissen, dass mein Baby Leben gerettet hat", sagt sie. "Wir wussten, dass sie eine Aufgabe im Leben hat, auch wenn sie nicht für diese Welt gemacht wurde." 

Nach Annies Tod wurde Abbey erneut schwanger. Vor zwei Jahren brachte sie ein gesundes Mädchen zur Welt. "Annie's Geschichte ist eine voller Hoffnungen. Ich denke, es zeigt den Menschen, das auch in der tiefsten Tragödie noch Schönheit liegen kann. Wir sollten Annie nicht behalten - ihre Geschichte sollte geteilt werden. Und das werde ich auch solange ich lebe."


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