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"Fin-796H" Neue Corona-Variante in Finnland entdeckt

Eine Labor-Mitarbeiterin überführt einen trockenen Abstrich eines Tests auf das Sars-CoV-2-Virus in eine Flüssigkeit
Eine Mitarbeiterin eines Labors überführt einen trockenen Abstrich eines molekularbiologischen Tests auf das Sars-CoV-2-Virus in eine Flüssigkeit (Archivfoto)
© Daniel Bockwoldt / DPA
Die britische und südafrikanische Variante des Coronavirus bereiten vielen Ländern Sorge. In Finnland wurde nun eine neue Virus-Mutation entdeckt. Ob und wie gefährlich sie ist, ist allerdings noch offen.

Forschende und die Politik in vielen Ländern schauen besorgt auf die Ausbreitung von Coronavirus-Varianten, wie etwa die aus Großbritannien (B.1.1.7) und aus Südafrika (B.1.351). Nun wurde in Finnland eine neue Virus-Variante entdeckt, wie der finnische öffentlich-rechtliche Rundfunk YLE und die Zeitung "Iltalehti" berichten.

Die als "Fin-796H" bezeichnete Variante weist laut den Vita-Laboratorien in Helsinki einige Mutationen auf, die zuvor in den britischen und südafrikanischen Varianten des Virus entdeckt wurden, aber in einer Kombination, die sie als "einzigartig" bezeichnen. 

Noch kein Grund zur Sorge

"Die Variante wurde letzte Woche bei einem Patienten entdeckt, daher sind Details über die Infektiosität und mögliche Resistenz dieses Stammes gegen Impfstoffe noch nicht bekannt", sagte Taru Meri, Forscherin bei den Vita-Laboratorien. Wegen der niedrigen Infektionszahlen sei es unwahrscheinlich, dass die neue Variante in Finnland entstanden sei, so Meri. Wo sie aber ihren Ursprung hat, sei unklar. Es gebe aber "keinen Grund zur Panik".

Ilkka Julkunen, Professor für Virologie an der Universität von Turku, sagte dem Sender YLE, dass die Entstehung der Variante auf der Grundlage der verfügbaren Informationen kein großes Problem darstelle: "Ich wäre noch nicht sehr besorgt, da wir keine klaren Informationen darüber haben, dass dieser neue Stamm leichter übertragen werden kann oder dass er den Immunschutz beeinträchtigt, der dadurch entsteht, dass man das Virus bereits hatte oder eine Impfung erhalten hat." Es sei auch noch unklar, ob die durch das Coronavirus verursachte Krankheit Covid-19 durch die finnische Mutation einen anderen Verlauf nehme, so "Iltalehti". 

Wird "Fin-796H" per PCR-Tests nachgewiesen?

Und Petri Auvinen, Forschungsdirektor des Instituts für Biotechnologie der Universität Helsinki, sagte, neue Varianten des Coronavirus zu finden sei "eine Frage der Zeit". "Die neu entdeckte Variante unterscheidet sich darin, dass sie genetisch keiner anderen bekannten Variante ähnelt", sagte er laut YLE.

Dennoch befürchten die Forscher, dass "Fin-796H" nicht auf PCR-Tests angezeigt werden könnte. PCR-Tests zeigen nur bestimmte genetische Sequenzen der Virus-RNA. Darum könnte eine neue Mutation möglicherweise nicht nachgewiesen werden.

Bisher wurden in Finnland 450 Fälle von Coronavirus-Varianten gemeldet, hieß es von der finnischen Gesundheitsbehörde THL. Davon waren 422 die britische Variante, 22 die südafrikanische Variante und ein Fall die brasilianische Variante des Virus.

Quellen: YLE, "Iltalehti"

rw

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