Öko-Baumwolle Bio schont Land und Leute

Vier Prozent der weltweiten Ackerfläche sind mit Baumwolle bepflanzt - aber elf Prozent aller Insektizide und Herbizide werden dort eingesetzt
Vier Prozent der weltweiten Ackerfläche sind mit Baumwolle bepflanzt - aber elf Prozent aller Insektizide und Herbizide werden dort eingesetzt
© Colourbox
Noch sind die Kräfte sehr ungleich verteilt: 25-000 Tonnen Biobaumwolle werden derzeit weltweit pro Jahr geerntet. Die Ernte an konventioneller Baumwolle ist 1000-mal höher.

Doch die Menge ökologisch angebauter Fasern steigt schnell - seit 2001 hat sie sich vervierfacht. "Bio- Baumwolle ist ein Hype", sagt Elke Hortmeyer von der Baumwollbörse in Bremen. Längst sind auch die Hersteller großer Marken mit im Geschäft, Otto, Levi's, Marc O'Polo und H & M haben Label mit den Ökogarnen kreiert.

Genverändertes Saatgut ist tabu

Für die Umwelt wie für die Landarbeiter ist jede Umstellung ein Gewinn, denn konventioneller Baumwollanbau belastet sie stark: Vier Prozent der weltweiten Ackerfläche sind mit Baumwolle bepflanzt - aber elf Prozent aller Insektizide und Herbizide werden dort eingesetzt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vergiften sich jedes Jahr 300.000 bis 500.000 Menschen mit Baumwollpestiziden, mindestens 20.000 sterben dabei. Gleichzeitig hat sich in den vergangenen fünf Jahren die Anbaufläche für gentechnisch veränderte Baumwolle mehr als verdoppelt - auf inzwischen knapp 13 Millionen Hektar.

Biobaumwolle muss strengen Kriterien genügen: Es dürfen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemittel verwendet werden, auch gentechnisch verändertes Saatgut ist tabu. Da die Pflanzen nicht - wie bei industriellem Anbau sonst üblich - zum Ernten entlaubt werden dürfen, müssen die Baumwollbälle von Hand gepflückt werden. All dies macht den Biorohstoff um bis zu 40 Prozent teurer als konventionell angebaute Fasern.

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