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RKI-Bericht: Wie gesund ist Deutschland?

Die Deutschen fühlen sich immer gesünder und sterben seltener an Herzinfarkten - das zeigt ein Bericht des Robert-Koch-Instituts. Andere Entwicklungen sehen die Experten dagegen kritisch.

Erfreuliche Entwicklung: Einem Großteil der Deutschen geht es gesundheitlich "gut" bis "sehr gut" - das zeigt der Bericht "Gesundheit in Deutschland" des Robert Koch-Instituts (RKI). 

Erfreuliche Entwicklung: Einem Großteil der Deutschen geht es gesundheitlich "gut" bis "sehr gut" - das zeigt der Bericht "Gesundheit in Deutschland" des Robert Koch-Instituts (RKI). 

Den Deutschen geht es heute gesundheitlich besser als vor 20 Jahren - und damit steigen die Chancen, immer älter zu werden. Etwa drei Viertel der Frauen und Männer schätzen ihren Gesundheitszustand als "gut" oder sogar "sehr gut" ein. Das geht aus dem Bericht "Gesundheit in Deutschland" 2015 des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Und 25 Jahre nach der deutschen Einheit sind dem Bericht zufolge zwischen den alten und den neuen Bundesländern auch kaum noch Unterschiede in Gesundheit, Gesundheitsverhalten und Gesundheitsversorgung zu erkennen.

Auch die Lebenserwartung sei in ganz Deutschland nahezu gleich hoch. Sie liege bei Frauen im Schnitt bei 82,7 Jahren und bei Männern bei 77,7 Jahren. Dank des medizinischen Fortschritts seien die meisten Krebsarten sowie Herzinfarkt und Schlaganfall heute besser zu beherrschen als 1998. Allerdings: In der alternden Bevölkerung nehmen chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Rückenschmerzen und andere Muskel-Skelett-Leiden, Diabetes und auch Krebs zu. Zudem komme psychischen Störungen mehr Aufmerksamkeit zu, heißt es in dem Bericht.

Diabetes nimmt zu

Sorge bereite vor allem die weite Verbreitung von Diabetes mellitus, erläuterte Gesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Vorstellung des Berichts. Bei 7,2 Prozent der Erwachsenen von 18 bis 79 Jahren sei eine solche Erkrankung bekannt, das seien etwa 4,6 Millionen Menschen. Ein Risikofaktor dafür sei starkes Übergewicht. Gerade bei Menschen mit niedrigerem sozialen Status sei starkes Übergewicht recht weit verbreitet. Beim RKI wird derzeit ein Nationales Diabetes-Überwachungssystem eingerichtet. Denn man wisse noch zu wenig über die Krankheit, sagte der Gesundheitsminister.

Generell rückt der Zusammenhang zwischen der gesundheitlichen und der sozialen Lage der Bevölkerung immer mehr in den Fokus. Bereits der Status des Elternhauses entscheide über den gesundheitlichen Werdegang eines Menschen. Studien belegten: Menschen mit niedrigem sozialen Status sind häufiger krank, sie haben öfter Beschwerden oder Behinderungen und sie sterben früher. Frauen mit sehr niedrigem Einkommen haben danach eine um acht Jahre geringere Lebenserwartung als Frauen mit hohem Einkommen. Bei Männern betrage der Unterschied sogar elf Jahre.

Chronische Erkrankungen stellen nicht nur Betroffene und deren Familien, sondern auch das Gesundheitssystem und die Sozialsysteme vor große Herausforderungen. Insgesamt beliefen sich die Gesundheitsausgaben 2013 auf 314,9 Milliarden Euro. Gröhe erklärte, alle Menschen in Deutschland sollten sich unabhängig von Wohnort und Geldbeutel auch künftig auf eine hochwertige medizinische Versorgung verlassen können.

ikr/DPA
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