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Gleichgewicht im Körper: Skala von S.P.L. Sørensen: Warum sind Säuren, Basen und ph-Wert wichtig für uns?

Der dänische Biochemiker S.P.L. Sørensen erdachte die pH-Wert-Skala. Jeder dürfte davon schon gehört haben. Aber was sagt sie überhaupt aus? Und warum sind stabile ph-Werte wichtig für den Körper?

ph-Wert Messstreifen

Farbstreifen zum Testen der Wasserqualität mit Vergleichsskala, die untenstehende ph-Wert-Skala wurde 1909 vom Dänen S.P.L. Sørensen eingeführt.

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Der Name S.P.L. Sørensen dürfte den wenigsten etwas sagen. Von der von ihm entwickelten und 1909 eingeführten ph-Wert Skala dürften dagegen die meisten Leute schon einmal etwas gehört haben. Der dänische Biochemiker lebte von 1868 bis 1939 und hieß mit vollem Namen Søren Peter Lauritz Sørensen. 

ph-Wert, Säuren und Basen - was bedeutet all das? 

Die Begriffe "Säure" und "Base" stehen für das chemische Verhalten eines Stoffes: Säuren geben positiv geladene Wasserstoffteilchen schnell an ihre Umgebung ab. Basen, auch "Laugen" genannt, nehmen diese Teilchen besonders leicht auf. Säuren und Basen wirken also gegensätzlich - und ergänzen sich dabei: Eine Kombination aus beiden wird "Puffersystem" genannt, wie es etwa im Blut vorkommt. Es besteht aus einer Säure und der entsprechenden Base: Bei Übersäuerung fängt der "Puffer" Wasserstoffteilchen im Blut ab, bei einem Überschuss an Basen wiederum setzt er die Teilchen frei. So gleicht er Schwankungen im Säure- Basen-Gleichgewicht aus. Der Säure-Basen-Haushalt ist in der Balance, wenn der Körper genau über die Menge an Basen verfügt, die er zur Neutralisierung der anfallenden Säuren braucht. Im gesunden Organismus sind Säuren und Basen deshalb auf ein bestimmtes Verhältnis eingependelt. Ob es ausgeglichen ist, zeigt der pH-Wert.

Was ist überhaupt der pH-Wert?

Auf einer Skala von 0 bis 14 misst der pH-Wert, wie sauer oder basisch ein Stoff wirkt. Die stärkste Säure erreicht den Wert 0, die stärkste Base einen pH von 14. Eine Substanz mit dem pH-Wert 7,0 reagiert weder sauer noch basisch - dieser Wert wird Neutralpunkt genannt. Im menschlichen Organismus gibt es verschiedene pH-Werte:

  • Blut: 7,37 bis 7,45
  • Speichel: 5,5 bis 7,8
  • Magensaft: 1,0 bis 4,0
  • Galle: 6,5 bis 8,2 4,5 bis 7,9
  • Bauchspeicheldrüse: 7,5 bis 8,8

Wie hält der Körper die pH-Werte stabil?

Ein konstanter pH-Wert ist Voraussetzung für die Funktion der Organe. Mehrere Mechanismen schützen vor Schwankungen: Die Puffersysteme können Störungen im Säure-Basen-Haushalt durch wechselweise Abgabe und Aufnahme von Wasserstoff-Ionen ausgleichen. Einen solchen Puffer im Blut bildet die Base Bikarbonat zusammen mit Kohlensäure, also gelöstem Kohlendioxid. Auch der rote Blutfarbstoff Hämoglobin ist ein wichtiger Puffer.

  • Die Lunge atmet das "saure" Gas Kohlendioxid ab. Ist das Blut übersäuert, atmet der Mensch schneller - und setzt so mehr Säuren in Form von Kohlendioxid frei. Ist es zu basisch, sinkt die Atemfrequenz; der Kohlendioxidgehalt steigt und kompensiert den Basenüberschuss.
  • Die Niere scheidet bei Übersäuerung über den Urin vermehrt Säuren aus und nimmt wieder Bikarbonat auf. Der Ausgleich funktioniert allerdings nicht sofort: Es dauert einige Stunden oder sogar Tage, bis die Niere die Säureausscheidung steigert; ihre Kapazität ist begrenzt. Je mehr Säuren über sie ausgeschieden werden, desto niedriger ist der pH-Wert des Urins.
  • Auch die Leber kann Säuren abbauen und ausscheiden.
  • Im Darm werden Säuren durch basische Sekrete aus Bauchspeicheldrüse und Galle gepuffert.
  • Im Knochen sorgen Kalzium und Phosphat für Stabilität. Kommt es zu einer lang anhaltenden Übersäuerung des Körpers, die schließlich nicht mehr ausreichend durch andere Puffersysteme ausgeglichen werden kann, wird das basisch wirkende Phosphor aus den Knochen gelöst, um den pH-Wert konstant zu halten. Da der Körper die dazugehörende Menge Kalzium, die übrig bleibt, einfach ausscheidet, kann bei schwerer, langfristiger Übersäuerung zuletzt Knochenschwund drohen.

+++ Die obenstehenden drei Absätze entstammen dem Artikel "Alles eine Frage der Toleranz". Hier finden Sie den kompletten Beitrag +++

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Google Doodle zu Ehren von S.P.L. Sørensen

Ein interaktives Doodle für den dänischen Biochemiker S.P.L. Sørensen

Ein interaktives Doodle für den dänischen Biochemiker S.P.L. Sørensen

Google feiert S.P.L. Sørensen und seine ph-Wert-Skala mit einem bunten Quiz. Wer auf den Play-Button drückt, sieht in der Mitte einer ph-Wert-Skala den Wissenschaftler selbst stehen. Vor seinem Bauch erscheinen nacheinander sechs unterschiedliche Produkte, denen der Spieler den richtigen ph-Wert zuordnen muss. Da wäre zum Beispiel eine Tomate (ph-Wert 4) oder auch ein Brokkoli (ph-Wert 9). Bei einer richtigen Antwort freut sich nicht nur das Produkt, sondern auch der Wissenschaftler mit beiden Daumen nach oben. Bei einer falschen Antwort schüttelt er den Kopf. Am Ende entsteht das Google-Logo, in dessen Mitte ein stolzer S.P.L. Sørensen steht.

rös / SpotOnNews
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