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Behörde ändert Gesetz: USA lockern Blutspende-Verbot für schwule Männer

Weil Behörden schwulen Männern mangelhafte Vorsicht beim Sex unterstellen, gelten sie als Risikogruppe für Krankheiten und dürfen nicht Blut spenden. Dieses Gesetz wird in den USA nun gelockert.

Voraussetzung dafür, dass schwule oder bisexuelle Männer in den USA Blut spenden dürfen, ist, dass sie zuvor mindestens ein Jahr lang keinen Sex mit einem Mann hatten

Voraussetzung dafür, dass schwule oder bisexuelle Männer in den USA Blut spenden dürfen, ist, dass sie zuvor mindestens ein Jahr lang keinen Sex mit einem Mann hatten

Homosexuelle Männer gelten als Risikogruppe für Aids und Geschlechtskrankheiten und dürfen deshalb nicht Blut spenden - in Deutschland und bislang auch in den USA. Diese Regelung soll in den Vereinigten Staaten jetzt gelockert werden. Wie die Behörde FDA mitteilt, die in den USA unter anderem für die Überwachung von Lebensmitteln und die Zulassung von Arzneimitteln zuständig ist, dürfen schwule und bisexuelle Männer künftig Blut spenden, sofern sie in den zwölf Monaten vor der Spende keinen Sex mit anderen Männern hatten.

Diese neue Regelung erscheint insofern fragwürdig, als dass Männer, die in einer Beziehung leben und keine wechselnden Geschlechtspartner haben, als Blutspender kaum ein Risiko darstellen. Jedoch haben diese tendenziell auch häufiger Sex als einmal pro Jahr oder seltener.

Das Blutspende-Verbot für die USA hatte die FDA 1983 zu Beginn der Aids-Epidemie erlassen.

Vier Prozent mehr Blutkonserven erwartet

Jede einzelne Spende kann bis zu drei Leben retten. Die Blutkonserven sind gerade zur Weihnachtszeit und im Sommer regelmäßig gefährlich knapp.

Laut einem Bericht der "New York Times" kann die Lockerung des Blutspendeverbots für homo- und bisexuelle Männer bedeuten, dass die Zahl der Blutkonserven in den USA um bis zu vier Prozent steigt.

Spende-Verbot für Homosexuelle ist unzulässig

In Deutschland werden schwule und bisexuelle Männer nach wie vor nicht zur Blutspende zugelassen, obgleich auch hier die Konserven zeitweise sehr knapp sind.

Der Europäischen Gerichtshof betrachtet diese Regelung als unzulässige indirekte Diskriminierung. Im vergangenen Jahr hat sich auch die Bundesärztekammer für eine Lockerung des Verbots in Deutschland ausgesprochen.

jen
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