Stammzellen Menschliche embryonale Stammzellen durch Jungfernzeugung


US-Forscher haben eine mögliche ethisch unbedenkliche Alternative zur umstrittenen herkömmlichen Herstellungstechnik von embryonalen Stammzellen gefunden.

Ethische Einwände entfallen, weil die Zellen nicht zu Embryonen heranreifen können

US-Forscher haben eine mögliche Alternative zur umstrittenen herkömmlichen Herstellungstechnik von embryonalen Stammzellen gefunden. Bei dem nun angewandten Verfahren teilt sich die Eizelle einer Frau, ohne vorher durch ein Spermium befruchtet worden zu sein. Sie wird lediglich durch elektrische oder chemische Impulse stimuliert. Wie das britische Fachmagazin "New Scientist" (Nr. 2392, S. 17) berichtet, gelang es David Wininger und Kollegen vom Biotech-Unternehmen Stemron (Maryland), unbefruchtete Eizellen bis zum Blastozysten-Stadium durch diese so genannte Jungfernzeugung (Parthenogenese) heranwachsen zu lassen. Aus diesem Embryo-Stadium können Forscher Stammzellen gewinnen.

Bislang waren derartige Versuche nur mit unbefruchtetem Gewebe von Affen und Mäusen gelungen. Der nächste Schritt ist es nun, auch die menschlichen Stammzellen in einer Kultur unbefristet weiterwachsen zu lassen. Säugetier-Embryonen, die parthenogenetisch entstanden, können nach Forscher-Auskunft nicht zu lebensfähigen Babys, sondern nur zu einzelnen Geweben heranwachsen. Damit würden bei ihnen auch ethische Einwände entfallen, wonach die Entnahme von Stammzellen entwicklungsfähiges Leben zerstört.

Parthenogenetisch erzeugte Stammzellen haben nach Auffassung von Wininger den Vorteil, dass sie aus zwei identischen Chromosomenpaaren und nicht aus einem mütterlichen und einem väterlichen Teil entstanden sind. Dadurch hätten sie weniger Variationen in den Oberflächen-Proteinen, was bei einer Transplantation des Gewebes wiederum weniger Immunreaktionen hervorrufe. Einen Nachteil hat das Verfahren jedoch auch: Da dazu unbefruchtete Eizellen nötig sind, funktioniert es bei Frauen jenseits der Menopause und bei Männern bislang nicht. Wininger hofft jedoch, dass eine umfangreiche Bank mit parthenogenetisch erzeugten Stammzellen in Zukunft auch Männern und älteren Frauen weiterhelfen könnte.

Die Originalarbeit wurde zuerst in der Fachzeitschrift "Stem Cells" (Bd. 21, S. 152) veröffentlicht.


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