Stiftung Warentest Gefährliche Schlankmacher

Flacher Bauch, straffe Haut: Davon träumen viele - und greifen zu gefährlichen Schlankheitsmitteln
Flacher Bauch, straffe Haut: Davon träumen viele - und greifen zu gefährlichen Schlankheitsmitteln
© Colourbox
"Schlank in zehn Tagen": Mit solchen und ähnlichen Werbesprüchen gehen Firmen auf Kundenfang. Die Stiftung Warentest hat nun 16 dieser online gepriesenen Schlankheitsmittel getestet - mit verheerenden Ergebnissen.

Die meisten Schlankheitsmittel aus dem Internet sind nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest für die Gesundheit sehr gefährlich. Bei einem Test schnitten 13 der 16 Mittel, die online bezogen werden, schlecht ab, teilte die Verbraucherorganisation mit. Schlaflosigkeit, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Abhängigkeit seien Nebenwirkungen, die nach Einnahme der Mittel auftreten könnten. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe sei meist falsch oder gar nicht angegeben, so dass der Nutzer nicht wüsste, welchen gefährlichen Cocktail er zu sich nehme.

"Viele Produkte werden als Nahrungsergänzungsmittel angeboten, dabei handelt es sich tatsächlich um Arzneimittel, die der ärztlichen Kontrolle bedürfen", sagte der Gesundheitsexperte der Stiftung Warentest, Carl-Friedrich Theill. Die enthaltenen Bestandteile seien in Deutschland rezeptpflichtig, da sie erhebliche Nebenwirkungen hätten.

Gefährliche Ware aus Fernost

In den Mitteln hätten die Tester häufig aufputschendes und suchterregendes Ephedrin gefunden. Meist sei auch Koffein enthalten, sagte Theill. Die Menge in einer der Kapseln entspräche fünf Tassen Kaffee. Auch der gefährliche Wirkstoff Sibutramin wurde häufig gemessen. In Italien sei diese Substanz wegen zweier Todesfälle vor fünf Jahren vom Markt genommen worden.

Theill kritisierte außerdem, dass die Packungen nicht vollständig oder falsch deklariert oder wegen chinesischer oder kyrillischer Schriftzeichen kaum zu entziffern seien. "Die Versender der Mittel sitzen häufig in Fernost", sagte er. Sie erreichten den Verbraucher über deutsche Zwischenhändler. Die Nachfrage bei den Kunden sei jedoch hoch. Mehr als 50 Prozent von 3000 befragten Personen hätten in den vergangen zwei Jahren Schlankheitsmittel eingenommen, 14 Prozent auch Produkte aus dem Internet.

DPA DPA

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