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Studie: Ballaststoffe können Darmkrebsrisiko senken

Eine ballaststoffreiche Ernährung kann das Darmkrebsrisiko unter günstigen Umständen um bis zu 40 Prozent senken. Das geht aus einer europäischen und einer amerikanischen Langzeit-Untersuchung hervor.

Eine ballaststoffreiche Ernährung kann das Darmkrebsrisiko unter günstigen Umständen um bis zu 40 Prozent senken. Das geht aus einer europäischen und einer amerikanischen Langzeit-Untersuchung hervor, die in der britischen Fachzeitschrift "Lancet" (Bd. 361, S. 1491 und 1496) veröffentlicht wurden. In der europäischen Studie betrug der Unterschied der Dickdarmkrebsrate zwischen den Gruppen mit dem höchsten und dem niedrigsten Ballaststoffanteil am Essen 40 Prozent. In der US-Studie hatten die Teilnehmer mit der höchsten Ballaststoffaufnahme im Schnitt ein Viertel weniger potenzielle Darmkrebsvorstufen (Polypen) im Darm als diejenigen mit der niedrigsten Aufnahme.

Hohe Teilnehmerzahlen

In die europäische EPIC-Studie sind mehr als eine halbe Million Menschen im Alter zwischen 25 und 70 Jahren aus zehn europäischen Ländern einbezogen. In der US-Studie wurden 34.000 Menschen ohne Polypen mit 3.600 Menschen mit Polypen verglichen. Polypen gelten als Vorstadium einer drohenden Krebserkrankung. In der US-Studie nahmen die Menschen mit niedriger Polypenzahl 24 Gramm Ballaststoffe täglich zu sich. In der europäischen EPIC-Studie aßen die Menschen der Gruppe mit geringem Darmkrebsrisiko 35 Gramm Ballaststoffe täglich, im Vergleich zu 15 Gramm in der Gruppe mit dem höchsten Darmkrebsrisiko.

Umstrittener Einfluss

Der Einfluss von Ballaststoffen auf das Darmkrebsrisiko gilt laut "Lancet" als umstritten, da frühere Studien keinen Zusammenhang feststellen konnten. In einem Kommentar zu den beiden Studien regen Lynnette Ferguson und Philip Harris von der Universität Auckland (Neuseeland) weitere Untersuchungen über die Rolle von Ballaststoffen für die Darmgesundheit an. Die Gründe für die Schutzwirkung seien noch unverstanden, doch stehe fest, dass Früchte, Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte günstig seien.

An der US-Studie war Ulrike Peters vom National Cancer Institute, Rockville, beteiligt. An der europäischen EPIC-Studie hat unter anderem das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke mitgewirkt. Jährlich erkranken in Deutschland nach Expertenangaben rund 57.000 Menschen an Darmkrebs, 30.000 sterben daran. Damit ist die Krankheit den Angaben zufolge die zweithäufigste Krebstodesursache.

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