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Todesfall in Hamburg Sechsjährige stirbt infolge von Ehec-Infektion


Eine sechs Jahre alte Schülerin ist im Krankenhaus an den Folgen einer Infektion mit dem Ehec-Keim gestorben. Die Eltern der Schule wurden zunächst nicht informiert, weil es sich nach Auskunft der Behörden um einen Einzelfall handeln soll.

Ein sechs Jahre altes Mädchen ist in Hamburg an den Folgen einer Ehec-Infektion gestorben. Nach Informationen der "Welt" starb das Kind in der Nacht zum Sonntag. Anfang letzter Woche hatte das Mädchen erstmals die Krankheitssymptome gezeigt, an den Folgetagen verschlimmerte sich sein Zustand trotz Dialyse immer weiter. Das Mädchen fiel in eine Art Koma und verstarb schließlich im Krankenhaus. Die Nachricht machte noch am Sonntag rund um die Blankeneser Gorch-Fock-Schule die Runde, hier besuchte sie die Klasse 1e und auch den Hort.

Information der Eltern unerwünscht

In einem Brief an die Eltern informierte die Schulleiterin über das tragische Geschehen. Die Schülerin ist an schweren Nierenschäden gestorben, weder Mediziner noch die durchgeführte Dialyse konnten sie retten. Die Erstklässlerin habe seit Anfang vergangener Woche Symptome einer Infektion mit dem aggressiven Lebensmittelkeim gezeigt, sagte die Leiterin der Grundschule in Hamburg-Blankenese.

Die Behörde hatte zunächst von eine Information aller Eltern abgeraten. "Es handelt sich um einen Einzelfall", betonte ein Hamburger Behördensprecher. "Es ist überhaupt nicht mit der Situation im letzten Jahr zu vergleichen." Erste Symptome sind bei dem Mädchen bereits am 11. Februar aufgetreten, die Infektion hat bei einer Inkubationszeit von 2 bis 10 Tagen am 3. oder 4. Februar stattgefunden. Wenn Ehec-Erreger im Hortessen gewesen wäre, wären mittlerweile andere Kinder erkrankt . Auch in der Familie gebe es wahrscheinlich keine weiteren Ansteckungen: Die Stuhlprobe des Mädchens war Ehec-positiv, beim Vater und beim jüngeren Geschwister fanden sich keine Keime im Stuhl, das Ergebnis bei der Mutter stehe noch aus.

Bei dem größten bekannten Ehec-Ausbruch in Deutschland im Frühsommer 2011 waren bundesweit 53 Menschen gestorben. Norddeutschland war damals besonders betroffen. Aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen gelten als Quelle für die Infektionen.

Keine weiteren Ansteckungen

Im Umfeld des Kindes in Hamburg habe es keine weitere Ansteckung gegeben, erklärte der Sprecher. Lebensmittelproben der Familie aus dem Kühlschrank und dem Einzelhandel, wo die Familie einkauft werden zur Zeit im Hygieneinstitut untersucht, erste Ergebnisse gebe es eventuell heute Nachmittag. Hinweise, dass es der Rohmilchkäse gewesen sei, kann Bezirksamt Altona derzeit nicht bestätigen, da die Untersuchungen ja noch liefen. "Wir hoffen, dass es im Laufe des Montags Ergebnisse gibt." Das Essen des Horts stammt von der nahe gelegenen Kita Marienhöhe.

Eine Ehec-Erkrankung ist meldepflichtig. Der Erreger kann lebensbedrohliche Darmentzündungen mit blutigen Durchfällen und Nierenversagen hervorrufen.

Die Schulleiterin erklärte, sie habe den Eltern der Grundschüler eine E-Mail geschrieben und ihnen freigestellt, ob sie ihre Kinder an diesem Montag zum Unterricht schicken. Am Sonntag gab es in der Grundschule eine Krisensitzung. Schule und Hort sollen weiter geöffnet bleiben. Schon in der vergangenen Woche wurde eine Desinfektion in der Klasse und der Turnhalle durchgeführt.

kra/DPA DPA

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