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Höheres Sterberisiko: Viel hilft viel? Nicht beim Joggen!

Wer hofft, sich durch regelmäßiges Laufen gesund zu halten, sollte es nicht übertreiben. Laut einer Studie haben exzessive Jogger eine ähnlich hohe Sterbewahrscheinlichkeit wie Sportmuffel.

Für ein langes Leben braucht es offenbar keinen Marathon.

Für ein langes Leben braucht es offenbar keinen Marathon.

Zum einen stärkt es Herz, Lunge und Immunsystem, zum anderen vebrennt es Fett, baut Stress ab und macht mitunter ziemlich glücklich - Laufen hat viele positive Effekte auf unseren Körper. Wer viel läuft, lebt länger - das zumindest hoffen viele und verordnen sich eine tägliche Dosis Joggen. Doch hilft viel wirklich viel? Nein. Zumindest, legt eine Studie nahe, dass Joggen nur bis zu einem bestimmten Punkt gesundheitsfördernd ist. Nämlich dann, wenn maximal zweieinhalb Stunden pro Woche in moderatem Tempo gelaufen wird.

Wie wirkt sich die Jogging-Häufigkeit und -Intensität auf die Sterblichkeit aus? Unter anderem dieser Frage gingen die Forscher der Langzeitstudie "Copenhagen City Heart Study" um den Kardiologen Peter Schnohr nach. Über zwölf Jahre sammelten sie Daten von 1098 Joggern und 413 generell bewegungsfaulen Nichtjoggern. Alle Studienteilnehmer waren zu Beginn gesund. Nach Ablauf der Untersuchsungszeit prüften die Forscher, zu wie vielen Sterbefällen es zwischenzeitlich gekommen war.

Die Geschwindigkeit ist entscheidend

Nachdem sie andere Risikofaktoren wie etwa Diabetes, Übergewicht, Rauchen und Alter herausgerechnet hatten, kamen sie zu folgendem Schluss: Exzessive Jogger wiesen ein ähnlich hohes Sterberisiko auf wie die Lauf-Muffel. Am gesündesten lebten dagegen jene, die eine bis zweieinhalb Stunden verteilt auf maximal drei Einheiten pro Woche liefen und zwar in einem Tempo von etwa acht Kilometern pro Stunde.

Die Ergebnisse, die im "Journal of the American College of Cardiology" erschienen, würden zeigen, dass es ein Lauf-Maximum gäbe, das der Gesundheit tatsächlich zuträglich ist, sagt Schnohr. Vor allem die Geschwindigkeit sei dabei entscheidend, so der Wissenschaftler. Wer über Jahre hinweg ein extrem anstrengendes Laufprogramm fahre, der schädige seine Gesundheit - insbesondere das Herz-Kreislauf-System, so der Mediziner.

Wer auf ein langes Leben hofft, braucht also keinen Marathon unter vier Stunden zu laufen. Alles, was über zwei, drei entspannte Trainingseinheiten pro Woche hinausgehe sei nicht nur überflüssig, es könne sogar schaden, so der Mediziner.

Mirja Hammer / print
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