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Jury und Nominierte: Auszeichnung für Journalisten

Am 20. Mai vergeben Gruner+Jahr und der stern im Hamburger Schauspielhaus erstmals den Henri-Nannen-Preis - eine Ehrung für herausragende Arbeiten im Zeitungs- und Zeitschriftenjournalismus.

Musiker haben den Echo, Schauspieler und Fernsehmacher die Goldene Kamera - Deutschlands Printjournalisten dagegen durften bei großen Preisverleihungen bislang meist nur zuschauen und allenfalls darüber berichten. Für gut geschriebene Geschichten oder investigative Recherchen gab es zwar die Anerkennung von Kollegen, eine glanzvolle Würdigung ihrer Arbeit aber fehlte. Der stern und der Verlag Gruner+Jahr wollen dem Qualitätsjournalismus nun eine Bühne bereiten. Sie vergeben erstmals den Henri-Nannen-Preis - in Erinnerung an den stern-Gründer Henri Nannen (1913-1996).

820 Texte aus 172 deutschsprachigen Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen wurden eingeschickt. Eine aus 16 erfahrenen Journalisten bestehende Vorjury traf die Vorauswahl, eine prominent besetzte Jury wählte die Preisträger aus. Die Gewinner werden am 20. Mai mit einer großen Gala im Deutschen Schauspielhaus Hamburg geehrt. Eingeladen sind mehr als 1000 Gäste aus Politik, Medien und Kultur, unter ihnen auch der amerikanische Journalist Carl Bernstein, der 1972 während des amerikanischen Vorwahlkampfes zusammen mit seinem Kollegen Bob Woodward die Watergate-Affäre aufdeckte. Die Enthüllungen der beiden Reporter der "Washington Post" führten zum Rücktritt des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon. Die Verleihung wird moderiert von Maybrit Illner. Anschließend findet eine große Premierenfeier statt.

Der bislang wichtigste deutsche Journalistenpreis, der Egon-Erwin-Kisch-Preis, wird als eine von sieben Kategorien das Herzstück des neuen Henri-Nannen-Preises sein. Der vom stern seit 1977 verliehene Kisch-Preis zeichnet herausragende Reportagen aus. Die sechs weiteren Kategorien spiegeln die Anforderungen des modernen Printjournalismus wider: Sie würdigen etwa die beste Rechercheleistung sowie die besonders verständliche Darstellung komplexer Sachverhalte.

Die Jury

Die Jury bilden Chefredakteure großer deutscher Zeitungen und Zeitschriften: Peter-Matthias Gaede ("Geo"), Hans Werner Kilz ("Süddeutsche Zeitung"), Roger Köppel ("Welt"), Giovanni di Lorenzo ("Zeit"), Helmut Markwort ("Focus"), Andreas Petzold (stern) und Frank Schirrmacher ("FAZ"). Hinzu kommen die Autorin Elke Heidenreich, der "Spiegel"-Ressortleiter Cordt Schnibben sowie die Fotografen Ute Mahler und Michel Comte.

Die Nominierten in der Kategorie Reportage (Egon-Erwin-Kisch-Preis)

Alexander Osang ("Spiegel"), Reto U. Schneider ("NZZ-Folio"), Stefan Willeke ("Zeit")

Kategorie Dokumentation

"Besonders verständliche Berichterstattung über einen komplexen aktuellen oder historischen Sachverhalt" Jan Lublinski ("Geo"), Uwe Buse, Ullrich Fichtner, Mario Kaiser, Uwe Klußmann, Walter Mayr, Christian Neef (alle: "Spiegel"), Walter Wüllenweber (stern)

Kategorie beste investigative Leistung

Sven Röbel, Andreas Wassermann ("Spiegel"), Thomas Hennecke ("Kicker"), Freddie Röckenhaus ("Süddeutsche Zeitung"), Uli Rauss, Oliver Schröm (stern)

Kategorie beste fotografische Autorenleistung

Yann Arthus-Bertrand ("Geo"), Brigitte Kraemer (stern), Yang Yankang ("Geo")

Drei Preisträger stehen bereits fest:
Die weißrussische Journalistin

Irina Chalip

wird für ihre couragierte Verteidigung der Pressefreiheit in ihrem Land,

Peter Scholl-Latour

für sein journalistisches Lebenswerk geehrt. In der Kategorie herausragendes Beispiel unterhaltender humorvoller Berichterstattung geht die Auszeichnung an das

"Streiflicht"

, die tägliche Kolumne der "Süddeutschen Zeitung".

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