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Beliebte Jugendbuchreihe Wegen kontroverser Äußerungen J.K. Rowlings: Buchfestival sagt Harry-Potter-Bereich ab

J.K. Rowling steht bei einer Premiere vor eine Fotow
Mit ihren Kommentaren brachte J.K. Rowling viele Fans dazu, von Harry Potter Abstand zu nehmen
© Evan Agostini / Invision / AP / DPA
Eine Veranstaltung zu Harry Potter bei einem neuseeländischen Buchfestival wurde wegen der umstrittenen Kommentare der Autorin J.K. Rowling abgesagt. Ihre Aussagen zum Thema "Geschlecht" wurden von vielen als transphob aufgefasst.

Am 6. Mai startet das diesjährige "Booktown Kurakatea Festival“ in Featherston in Neuseeland. Eigentlich hatten die Organisierenden ein Quiz über die beliebte Jugendbuchreihe rund um den Zauberer mit der Blitznarbe geplant. Doch nachdem J.K. Rowling eine Reihe von transphoben Äußerungen getwittert hatte, wurde das Quiz gestrichen, wie neuseeländische Medien berichten.

Die Debatte um Rowlings Kommentare fand im Juni vergangenen Jahres ihren Höhepunkt: Die Autorin kommentierte einen Artikel, in dem Frauen als "menstruierende Personen“ bezeichnet wurden. 

Kontroverse über Rowlings Tweets

Zuerst stellte sie die Frage nach der eigentlichen Bezeichnung mit Abwandlungen der englischen Bezeichnung für Frauen (Women): "Wumben? Wimpund? Woomud?" Später versuchte sie, ihren Tweet zu verteidigen und schrieb: "Wenn das Geschlecht nicht real ist, gibt es keine gleichgeschlechtliche Anziehung. Wenn das Geschlecht nicht real ist, wird die gelebte Realität von Frauen auf der ganzen Welt ausgelöscht.“

Für beide Äußerungen wurde Rowling mit Gegenreaktionen konfrontiert. Einige Darstellerinnen und Darsteller aus den Harry-Potter-Filmen, darunter Daniel Radcliffe, Emma Watson, Rupert Grint und Eddie Redmayne, und die Trans-Gemeinschaft reagierten auf die Tweets. Seit dem Vorfall haben sich viele junge Menschen – ehemalige Harry-Potter-Fans – von der Autorin distanziert.

+++ Lesen Sie auch: J.K. Rowling erklärt ihre umstrittenen Aussagen – und offenbart dunkle Vergangenheit +++

"Ein Ort für alle“

Das Organisations-Team des Buchfestivals in Featherston hatte sich laut der "New York Post" und neuseeländischen Medien im Vorfeld mit Literaturexperten und Mitgliedern der LGBTQ-Community beraten. Schlussendlich sei die Entscheidung, das beliebte Segment des Festivals auf Eis zu legen, jedoch klar gewesen.

Der Vorstandsvorsitzende des Festivals, Peter Biggs, erklärte, sie seien immer der Auffassung gewesen, dass das Festival ein inklusiver, einladender Ort für alle sein sollte. Deshalb sei die Entscheidung gegen Harry Potter gefallen. 

Was macht der Harry Potter Cast von damals eigentlich heute?

Ein Schuss ins eigene Bein?

Der einzige Haken an der Sache: Wie die lokale feministische Aktivistin Jenny Whyte der neuseeländischen "Stuff“ erklärte, solle sich das Festival auch mit dem Phänomen der sogenannten "Cancel Culture“ befassen. "Cancel Culture“ ist ein politisches Schlagwort, mit dem die Bestrebungen zum Ausschluss von Personen oder Organisationen bezeichnet werden, denen Beleidigungen oder Diskriminierung vorgeworfen werden.

Whyte fällt eine gewisse Ironie auf: Denn im Vortrag zum Thema "Cancel Culture“ werde genau das behandelt, was das Organisations-Team aus Featherston ebenfalls gemacht habe. Die lesbische Aktivistin sieht in Rowlings Kommentaren jedoch auch kein Problem. Gegenüber "Stuff“ erwähnt sie, dass sie nicht glaube, die Kommentare der Autorin seien transphob.

Quellen: "New York Post", "Stuff"


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