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LITERATUR: Houellebecq gelingt erneute Provokation

In Frankreich hat er sich schon längst den Ruf eines »Skandal-Autoren« eingehandelt. Auch mit seinem neuesten Buch »Plateforme« ist Michel Houellebecq wieder ein handfester Eklat gelungen.

Mit seinem vor zwei Wochen erschienenen neuen Roman »Plateforme« hat der umstrittene französische Autor Michel Houellebecq Araber und Moslems in Europa gegen sich aufgebracht. Nach einem Bericht der arabischen Tageszeitung »Al-Hayat« vom Donnerstag wollen französische Moslems den weiteren Verkauf des Buches per Gerichtsbeschluss stoppen. Dadurch solle verhindert werden, dass der Erfolgsautor zu einem »zweiten Salman Rushdie« werde, erklärte die »Nationale Föderation der Muslime Frankreichs«. Noch sei es möglich, größeren Schaden zu verhindern, denn bislang habe das Buch den Nahen Osten noch nicht erreicht.

»Aufstachelung zum Rassenhass«

Es bestehe kein Zweifel daran, dass Houellebecq allem, was islamisch oder arabisch ist, feindselig gegenüberstehe, zitierte die Zeitung den Vorsitzenden der Föderation, Mohammed el Baschari. Mehrere Passagen seines neuen Romans stellten »eine Aufstachelung zum Rassenhass« dar. Verschiedene französische Moslem-Gruppen haben in Frankreich damit gedroht, gegen den Roman und den Autor vorzugehen.

Erneut provokativer Roman

»Plateforme«, der dritte Roman des stark zur Provokation neigenden Houellebecq (»Elementarteilchen«), erschien vor zwei Wochen in Frankreich im Verlag Flammarion und handelt vom Sextourismus in Südostasien und einem Angriff islamischer Terroristen. »Ich freue mich immer, wenn ich erfahre, dass ein palästinensischer Terrorist, oder ein Kind oder eine schwangere Palästinenserin in Gaza getötet wurden«, zitiert »Al-Hayat« die Hauptfigur des Romans.

Houellebecq nennt Islam eine »bescheuerte« Religion

Houellebecq hat sich in mehreren Interviews kritisch zum Monotheismus und zum Islam geäußert, den er als die »bescheuertste« Religion bezeichnete. Gleichzeitig meinte er zu der Kritik an dem Roman, man dürfe Äußerungen seiner Romanfiguren - die Hauptperson heißt allerdings auch Michel - doch nicht mit ihm, Houellebecq, gleichsetzen. »Ich bin kein Rassist«, erklärte der Schriftsteller.