stern-Interview mit Henning Mankell "Der schlimmste Terrorist ist in diesem Fall Israel"


Mit einem Hilfskonvoi, der 10.000 Tonnen Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen sollte, wollten 700 Aktivisten ein Zeichen setzen. Der schwedische Schriftsteller Henning Mankell war mit an Bord und schildert in einem exklusiven Tagebuch im stern, mit welcher Brutalität Israel die Aktion gestoppt hat.

In einem detaillierten Tagebuch schildert der Erfolgsautor Henning Mankell im stern seine Erlebnisse an Bord des von israelischen Soldaten angegriffenen Gaza-Hilfskonvois - und richtet harte Vorwürfe an die israelische Armee. "Die Soldaten sind ungeduldig und wollen uns unten an Deck haben. Als jemand sich zu langsam bewegt, bekommt er sofort eine elektrische Pistole gegen den Arm. Er fällt", schreibt Mankell in dem Tagebuch, das der stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe exklusiv veröffentlicht. "Ein anderer Mann, der sich auch langsam bewegt, wird mit einer Gummikugel beschossen", schreibt Mankell weiter.

Mankell war einer von 700 Aktivisten an Bord von sechs Schiffen, die 10.000 Tonnen Hilfsgüter nach Gaza bringen und damit Israels Boykott des schmalen Landstreifens brechen wollten. Die Israelis stoppten den Konvoi, töteten neun Menschen und nahmen die anderen gefangen. In einem Interview mit dem stern streitet Mankell entschieden ab, von radikalen Fundamentalisten als Alibifigur missbraucht worden zu sein: "Ich fühle mich in keiner Weise benutzt. Niemand benutzt mich. Ich wusste genau, was ich tat." Das Fazit der Solidaritätsaktion ist für ihn klar: "Der schlimmste Terrorist in diesem Fall ist Israel", sagt der Bestseller-Autor.

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