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Trauer: Schriftsteller Arthur Miller ist tot

Der amerikanische Schriftsteller Arthur Miller ist am Donnerstagabend im Alter von 89 Jahren gestorben. Miller gehörte zu den größten Autoren des 20. Jahrhunderts.

Der Schriftsteller und Dramatiker Arthur Miller, einer der bedeutendsten amerikanischen Theaterautoren der Gegenwart, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Wie seine Mitarbeiterin Julia Bolus mitteilte, starb er am Donnerstagabend im Kreis seiner Familie in Roxbury im US-Staat Connecticut. Sein berühmtestes Werk war "Tod eines Handlungsreisenden", für das Miller gleich mehrfach ausgezeichnet wurde und das ihn in der ganzen Welt bekannt machte.

Studien über die Gesellschaft

Seine zahlreiche Werke - dabei handelt es sich vor allem um Theaterstücke -, sind immer auch soziale Studien über die amerikanische Gesellschaft und das Scheitern des amerikanischen Traums. Mit dem "Handlungsreisenden", der im Februar 1949 unter der Regie von Elia Kazan am Broadway uraufgeführt wurde, gelangte Miller früh zu Ruhm. Für dieses Stück, das er in nur sechs Wochen schrieb, erhielt er schon 1949 den Pulitzer-Preis, im Alter von gerade einmal 33 Jahren. Es erzählt die Geschichte von Willy Loman, der sich mit seinem unerschütterlichen Glauben an den amerikanischen Kapitalismus letztlich selbst zerstört und am Ende des Stücks umbringt. Er scheitere auch am amerikanischen Traum mit seinen Chancen und seinen Grausamkeiten, sagte Miller einmal bei einem Besuch in Berlin.

Die erste Verfilmung dieses Stückes in den 50er Jahren während der antikommunistischen Kampagne der McCarthy-Ära sei auch nicht wohl gelitten gewesen, berichtete Miller weiter. Die verschreckten Produzenten in Hollywood seien sogar so weit gegangen, gleichzeitig eine Art Gegenfilm zur Richtigstellung anzubieten: "Das Leben eines Handlungsreisenden". "Das handelte davon, dass Vertreter ein wunderbares Leben haben und in der Regel erfolgreich und glücklich sind", sagte Miller amüsiert. Letztlich sei der Gegenfilm aber fast nie aufgeführt worden. "Er war so blöde. Ich glaube, noch nicht einmal die haben angenommen, dass sich das jemand anschaut."

Ehe mit Marilyn Monroe

Miller war aber nicht nur als Autor berühmt, ins Rampenlicht der Öffentlichkeit rückte ihn auch 1956 seine Heirat mit der Schauspielerin Marilyn Monroe. Miller beschrieb sie einmal als "höchst selbstzerstörerisch". Während ihrer Ehe habe er seine ganze Energie und Aufmerksamkeit darauf konzentriert, ihr bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen. "Unglücklicherweise hatte ich nicht viel Glück."

Der "Tod eines Handlungsreisenden" hat auch heute nichts von seiner Aktualität verloren. Das Werk, das schon vor 50 Jahren mit dem "Tony" ausgezeichnet wurde, einem der begehrtesten US-Bühnenpreise, wurde 1999 erneut mit diesem Preis geehrt - dieses Mal als bestes Revival in einer Broadway-Saison.

Vielfach preisgekrönt

Miller erhielt für seine Werke neben dem Pulitzer-Preis und dem "Tony" unter anderem auch den Preis der New Yorker Theaterkritiker, den Prinz-von-Asturien-Preis für Literatur in Spanien und verschiedene Ehrendoktorwürden. Von 1965 bis 1969 war er Präsident des internationalen PEN-Clubs.

Miller hinterlässt zwei Kinder aus seiner erster geschiedenen Ehe mit Mary Grace Slattery. Die Ehe mit Marilyn Monroe blieb kinderlos. Mit der gebürtigen Österreicherin Inge Morath hat er eine Tochter.

Michael Kuchwara/AP / AP